Jüdische Kinder in Israel sollen künftig früher Arabisch lernen, um die Kommunikation mit ihren arabischen Landsleuten zu verbessern. Von September an soll in einem Teil des Landes die Sprache bereits in der fünften Klasse zum Pflichtfach werden, zwei Jahre früher als bisher. Eine Sprecherin des israelischen Erziehungsministeriums teilte am Dienstag mit, dies solle zunächst nur für den Norden des Landes sowie für die Hafenstadt Haifa gelten. Dort leben die meisten der etwa 1,5 Millionen arabischen Israelis.
Nach Angaben des Ministeriums ist ein wachsendes Interesse israelischer Schüler an der arabischen Sprache Hintergrund der Entscheidung. Vor zehn Jahren hätten noch gut 1500 jüdische Gymnasiasten die arabische Fremdsprache als Leistungsfach beim Abitur gewählt, heute seien es bereits knapp 2200. Auch an dem Fach "Die arabische Welt und der Islam" gebe es großes Interesse.
"Wir leben immerhin im Nahen Osten", sagte die Sprecherin. Eine bessere Kommunikation mit der arabischen Bevölkerung sei ein wichtiges Ziel. "Dies kann eine wunderbare Brücke zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen sein." Für die zusätzlichen Lehrstunden sollten arabische Lehrkräfte eingesetzt werden, von denen viele arbeitslos seien. Es gebe auch Pläne, den Arabischunterricht schon in der Grundschule auf ganz Israel auszuweiten.
Israelische Musik auf dem Schulhof, Geschichtsklitterung in Schulbüchern
Noch im Juni klangen die Bildungspläne der rechtsnationalen Regierung weniger versöhnlich: Demnach war es vorgesehen, den ersten Libanon-Krieg von 1982 künftig nicht mehr zu unterrichten und in den Pausen nur noch israelische Musik auf dem Schulhof zu spielen, berichtete die Deutsche Welle. Die Richtlinien und Lehrpläne für Dozenten sollten hierbei deutlich verändert werden.
Auch im vergangenen Jahr erregte das Bildungsministerium Aufsehen mit einer Anweisung, wonach die Vertreibung von Palästinensern nach der israelischen Staatsgründung 1948 in Schulbüchern für Drittklässler nicht mehr thematisiert werden sollte. Bildungsminister Gideon Saar vom rechten Flügel des regierenden Likud-Blocks erntete dafür scharfe Kritik.
Israel hat nach Angaben des Zentralen Statistikbüros 7,6 Millionen Einwohner, davon gut 20 Prozent Araber. Arabisch ist neben Hebräisch Landessprache. Viele jüdische Israelis beherrschen jedoch weder das gesprochene Arabisch noch Hocharabisch. Fast alle israelischen Araber können hingegen Hebräisch. Erste Fremdsprache ist in den Schulen Englisch, das meistens bereits von der ersten Klasse an unterrichtet wird. In Israel geht die Grundschule bis zum Ende der sechsten Klasse.
jon/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
Der Hass gegen die Juden wird nicht nur in Gaza gelehrt und das wissen Sie. Selbst in Saudi-Arabien gibts so seltsame Talk-Shows für Kinder in denen die Kinder gefragt werden was die Juden sind, die dort "richtige" [...] mehr...
Nun, kennen Sie diese Schuklassen oder beziehen Sie sich auf Fernsehberichte? Ich kann mich auch auf Fernsehberichte beziehen im Bezug auf Israel, denn dort wurde in einer israelischen Schule, die sich in den besetzten Gebieten [...] mehr...
Israel wuerde sich am Westen orientieren. Dass Likud sich nun Saudi-Arabien, Jordanien, etc. zum Vorbild nehmen soll, stammt von Ihnen. mehr...
Was soll an diesen Tönen neu sein? Ich ging in Jerusalem in der ersten Hälfte der 70ger Jahre zur Schule. Arabisch-Unterricht gehörte schon damals selbstverständlich zum Unterrichtsstoff. Es war eine bessere, aber für jeden [...] mehr...
Von Ihnen war nichts anderes zu erwarten, erzählen Sie uns doch mal was die Kinder in Saudi-Arabien, Jordanien, Ägypten, Gaza, Iran usw. so in der 3.Klasse über Israel lernen ..... mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik SchulSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Israel | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH