01. November 2007, 17:05 Uhr

"Wie werde ich..."

Benjamin Lebert, Autor und Krähenschüler

Mit 16 brach er die Schule ab, mit 17 erschien sein Internats-Roman. "Crazy" machte Benjamin Lebert zum Star. Im SchulSPIEGEL-Fragebogen verrät der Schriftsteller, wovon er damals wirklich träumte: dass eine Hand ihn immer tiefer in die Weiblichkeit führt.

Kira Bunse

Benjamin Lebert ist heute Schriftsteller, weil... er das meiste in diesem großen Leben nicht ist.

Wäre er nicht Schriftsteller geworden, ...wäre er dennoch mit den Fremden gezogen.

In der Schule war er... zum ersten Mal dazu in der Lage, sich etwas von dem zu beschauen, was er nicht ist.

Seine Mitschüler haben ihn... von einer Last befreit.

Mit 17 hat Benjamin Lebert davon geträumt, ...an einer Hand immer tiefer und tiefer in die Weiblichkeit geführt zu werden.

Dass er Schriftsteller werden will, wusste er, als... er im verrauchten Arbeitszimmer seines Opas stand und die einsame, aber auch trotzige Melodie der Schreibmaschine hörte.

Benjamin Lebert war sich nie zu schade,... eine Schweinepriesterin zu heiraten, ...würde aber nie... nach Großkugel ziehen.


Benjamin Lebert regt echt auf, dass... sich die Umkleidegegebenheiten in Fitnessstudios und Schwimmbädern nicht verändert haben.

Der entscheidende Moment seiner Karriere war, ... als Mario Adorf ihm bei einem ungemein offiziellen Abendessen in der Villa seines Verlegers ein Rindersteak in kleine, mundgerechte Stücke schnitt.

Benjamin Lebert wäre gern mal für einen Tag... bei einem Tier, zum Beispiel einem Krähenvogel, in punkto Lebensbewältigung in die Lehre gegangen.

Der schönste Tag seines Lebens war... und ist der einzige, immerwährende, sich wandelnde Tag, durch den alles Leben strömt, inklusive der Wirrungen, Wünsche und Unzulänglichkeiten meiner Seele.

Sein größter Fehler war... und ist, immer wieder dem Irrglauben zu verfallen, irgendwo ankommen zu müssen.

Sich selbst findet er... manchmal.

Dem nächsten Benjamin Lebert wünscht Benjamin Lebert... eine gute Reise.

Könnte er sein Leben noch einmal leben, ... möchte er alles vergessen haben, was sein altes Leben auszeichnete.

Aufgezeichnet von David Scherf


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