Der zwölfte SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerb endete am 16. Juni 2008 mit der Siegerehrung und einer großen Party in Hamburg. Nach elf Jahren vornehmer Zurückhaltung konnte endlich mal wieder der Norden punkten: Schülerzeitung des Jahres wurde mit hauchdünnem Vorsprung "Meuterei" vom Gymnasium in Nordenham an der Unterweser. Damit haben die Meuterer eine lange Jahre gehegte Vermutung widerlegt, dass sich nur "Südlichter" beim SPIEGEL-Wettbewerb durchsetzen. Obwohl: Auch diesmal kommen sechs der Top Ten aus Bayern und Baden-Württemberg - die übrigen vier aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Sachsen. Eine weitere Tatsache irritiert uns SPIEGEL-Leute: In Nordrhein-Westfalen und in den östlichen Bundesländern beteiligen sich, gemessen an der Zahl der dort erscheinenden Titel, weitaus weniger Schülermedien am Wettbewerb als im Rest der Republik.
"Meuterei"-Redaktion
Aber gewonnen haben letztlich alle Teilnehmer, weil sie sich der Herausforderung gestellt haben und sich jetzt mit ihren herausragenden Konkurrenten vergleichen können, vielleicht dadurch sogar etwas dazulernen.
Insgesamt 1429 Hefte und Beiträge haben die 742 Schülerzeitungsredaktionen zum Wettbewerb eingereicht - viel Arbeit für die 16 Juroren, überwiegend SPIEGEL-Redakteure, die diese Arbeiten gesichtet und bewertet, die Top Ten in den acht Kategorien herausgefiltert und einen Nachmittag lang um die "endgültige" Rangfolge gerungen haben.
Wie viel Engagement die Schülerzeitungsredakteure in den SPIEGEL-Wettbewerb investieren, macht die Addition deutlich: Seit 1996 haben sich über 30.000 Nachwuchsjournalisten mit fast 24.000 Arbeiten beworben. Für die meisten von ihnen hat sich diese Arbeit gelohnt - sie sind kritischer geworden, und einige haben die feste Überzeugung gewonnen, beim Zeitungsmachen mehr gelernt zu haben als in manchen Schulstunden. Und das ist ihnen noch wichtiger als die Preise, die sie gewonnen haben (Nachzulesen ist das auf den Seiten 78 und 79 dieser Broschüre). Einer der Sieger aus den vergangenen Jahren ist inzwischen Chefredakteur eines Qualitätsblattes, ein anderer Korrespondent, viele tummeln sich im Netz, bei diversen Zeitungen oder TV-Produzenten. Es ist nicht auszuschließen, dass der Preis beim SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerb die Karrierepläne geprägt und den Berufsweg geebnet hat.
Das Redaktionsteam des Gesamtsiegers "Meuterei" fliegt in den Herbstferien für eine Woche nach Istanbul und wird dort von den Korrespondenten der SPIEGEL-Redaktionsvertretung betreut.
Georg Mascolo, Mathias Müller von Blumencron
In dieser Broschüre werden die besten Heftmacher, Autoren, Fotografen, Layouter, Titelbildgestalter und Onliner deutschsprachiger Schülerzeitungen vorgestellt. Alle ausgezeichneten Beiträge lassen sich demnächst unter www.schul spiegel.de nachlesen.
Nach den Herbstferien findet sich unter der gleichen Internet-Adresse auch die Ausschreibung zum 13. SPIEGEL-Schülerzeitungswettbewerb. Wir hoffen auf noch regere Beteiligung.
Der Hermann-Gmeiner-Fonds und die Berliner Schaubühne am Lehniner Platz haben den Wettbewerb 2007/2008 als Kooperationspartner des SPIEGEL-Verlags großzügig unterstützt; beim nächsten Wettbewerb werden außerdem die "Aktion Mensch" und "Das Telefonbuch" die Nachwuchsjournalisten fördern.
Georg Mascolo
Mathias Müller von Blumencron
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