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15.09.2005
 

Wirtschaftsinformatik - in echt

Zwischen Mensch und Maschine

Ein bisschen Wirtschaft, etwas Technik - so hatte sich Kay Brodersen, 22, das Studium der Wirtschaftsinformatik vorgestellt. Und merkte an der Uni Münster: Vor allem Mathematik in den ersten Semestern ist ganz schön happig und Stochastik kein reines Vergnügen.

WI-Student Kai: "Wir ticken ein bisschen anders als die BWLer"
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WI-Student Kai: "Wir ticken ein bisschen anders als die BWLer"

"Erst während des Studiums ist mir klar geworden, wo sich die Wirtschaftsinformatik (unter Studenten: WI) wirklich positioniert. Am Anfang studiert man im Spagat: Ich besuchte die Einführungen in die Wirtschaftswissenschaften und lernte Grundzüge der Informatik. Erst später kamen die WI-spezifischen Disziplinen dazu, zum Beispiel Kommunikationssysteme oder Datenmanagement.

Ein anderes Fach heißt "Computer Supported Cooperative Work". Es befasst sich damit, wie menschliche Gruppenarbeit mit Rechnern unterstützt werden kann. So verbinden wir die technischen Methoden aus der Informatik mit unserem betriebswirtschaftlichen Know-how.

Wer am Studium scheitert, verzweifelt meist an der Mathematik. Die ersten Semester sind voll von Stochastik und linearen Optimierungsmethoden. Nicht so viel wie im reinen Mathe-Studium, aber trotzdem happig. Auch mit Programmiersprachen sollte man zurechtkommen.

Ich hatte Mathematik als Leistungskurs und habe wie die meisten hier als Schüler angefangen, hobbymäßig ein bisschen unter DOS mit C++ zu programmieren. Viel gebracht fürs Studium hat das nicht: Hier gehen wir viel methodischer an eine Programmiersprache heran, als ich das in meiner Freizeit gemacht habe.

Die Wirtschaftsinformatiker ticken ein bisschen anders als die anderen Studenten der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Eigentlich verstehen wir uns mit BWLern und VWLern sehr gut, haben aber natürlich mehr mit Technik und Computern am Hut als sie. Und leider nur zehn Prozent Frauenanteil im Jahrgang.

Die Stochastik-Vorlesung fand ich bisher am schwierigsten, trotzdem war es eine meiner Lieblingsveranstaltungen. Denn der Dozent war gut, und ich habe viele wichtige Grundlagen gelernt. Manchmal finde ich die Veranstaltungen der Wirtschaftsinformatik etwas abstrakt. Da gibt es Vorlesungen darüber, wie sich die Welt verändert hat durch Kommunikation mit elektronischen Medien - das ist zwar wissenschaftlich interessant, aber auch etwas langatmig."

Aufgezeichnet von Carola Padtberg

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