Von Peter Ilg
Irgendwann holt sie jeden Abiturienten ein, die quälende Frage: Wohin nach dem Abi? Als Lehrling in ein Unternehmen? Oder doch besser an die Universität? Und wenn studieren, dann was? 300 Hochschulen bieten in 5000 Fächern mehr als 10.000 Studiengänge.
" Die Studienmöglichkeiten sind in den letzten Jahren unübersichtlicher und teurer geworden", sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Bis zum nächsten Wintersemester werden sieben Bundesländer Studiengebühren eingeführt haben, neun nicht, sagt Meyer auf der Heyde. Etliche Länder und Unis könnten nachziehen - aber mit der richtigen Ortswahl kann man einige tausend Euro sparen.
Vor Jahren jammerten Lobbyisten von Verbänden über drohende Ärzte- und Lehrerschwemmen und hielten mit ihren Prognosen Abiturienten davon ab, sich in diese Fächer einzuschreiben. Jetzt sind beide Berufe gefragt. Auch Ingenieuren werden heute goldene Berufsaussichten nach dem Studium versprochen. Wer aber weiß, wie es in fünf Jahren aussieht?
Nichts ist wirklich sicher
Garantien gibt es nicht. Für keinen Job. "Es macht keinen Sinn, wegen vermeintlicher Arbeitsmarktsicherheit ein Fach zu studieren, das einem nicht liegt und einen nicht interessiert", sagt Franziska Schreyer vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Den Ausschlag für die Studien- und Berufswahl sollte allein die persönliche Neigung geben.
Aber wie findet man die heraus? Schreyer empfiehlt Unschlüssigen die neutrale Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit und zur ersten Information das Standardwerk "Studien- und Berufswahl" mit einer Auflage von über 700.000 Exemplaren. Ob die 800-Seiten-Schwarte tatsächlich gelesen wird, darüber gibt es keine Erfahrungswerte.
Das Hochschul-Informations-System HIS hat Abiturienten des vorletzten Schuljahrs befragt, wie ihre Studienantscheidungen zustande und ob sie sich die Schüler von den verschiedenen Institutionen gut beraten fühlten. Erschreckend: Nur knapp ein Viertel der Befragten fühlte sich umfassend informiert; der Hälfte bereitet vor allem die nur schwer absehbare Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt Probleme bei der Entscheidung.
Annika, Corina, Franziska und Thomas, alle Schüler vom Peutinger Gymnasium in Ellwangen, einer kleinen Stadt zwischen Stuttgart und Nürnberg, haben schwer gerungen - mit dem Abitur und mit ihrer Studien- und Berufswahl. Vier Geschichten über das Sich-Entscheiden-Müssen.
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