Von Sandra Sperber und Martin Heller
In der Rackow Schule im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg können sich Jugendliche fortbilden, die den direkten Berufseinstieg verpasst haben. Manche versuchen seit mehreren Jahren, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Nun lernen sie das, was sie in der Schule versäumt haben.
Die Jugendlichen lernen zum Beispiel, wie man Bewerbungen schreibt - und was im Vorstellungsgespräch zu beachten ist.
"Ich kann kein Mathe", sagt Filiz. Jessica hat zumindest vieles vergessen. Aber vor allem der Dreisatz sei wichtig für kaufmännische Berufe, auch für das Handwerk, sagt Dozent Jörg Heuer.
Für einen Platz lässt Filiz das Kopftuch zuhause
Heuer stellt meist Textaufgaben, fragt nach Preisen für Äpfel und Stundenlöhnen für Bauarbeiter. Die Jugendlichen sollen vor allem verstehen. Verstehen, dass Mathe wichtig ist.
Filiz ist zwar immer noch nicht gut in Mathe, hat aber viel gelernt in der Fortbildung. Sie kann jetzt eine Bewerbung schreiben. Damit sie als Verkäuferin eine Chance hat, bietet die gläubige Muslimin sogar an, während der Arbeitszeit ihr Kopftuch abzulegen.
Anfang September ist Schluss mit der Rackow Schule, auch wenn die Jugendlichen noch keine Lehrstelle gefunden haben. Der Trägerverein ist auf die Finanzierung durch die Bundesagentur für Arbeit angewiesen - und der Vertrag läuft aus.
Jetzt müssen sich auch die Ausbilder auf dem Arbeitsmarkt umschauen. Bewerbungen schreiben können sie ja.
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