Von Carola Padtberg
Abiturientin Eva Schulz, 19: "Wir sind keine Krisenkinder"
"Uns wird mangelnder Idealismus vorgeworfen", reagiert die 19-jährige Abiturientin Eva Schulz aus Borken in ihrem Weblog auf das SPIEGEL-Porträt der Krisenkinder-Generation, "aber Idealismus ist doch heute unrealistisch. Wir haben ihn aufgegeben zugunsten von vernünftigerem Engagement."
Kein Wunder also, dass die Jugendlichen heute in die Lobbys, in die Wirtschaft oder die Medien wollen - "wir haben das Gefühl, dort mehr bewegen zu können", glaubt Eva, die Chefredakteurin einer Schülerzeitung ist, die ausschließlich im Internet erscheint.
Weil deutsche Politiker als unglaubwürdig empfunden werden, schalten viele Schüler bei tagesaktuellen Nachrichten auf Durchzug. Für einen Politiker können sich die meisten aber doch begeistern: Barack Obama. Viele glauben, dass der US-Präsident viel bewegen wird. "Ich bin sein Fan, weil er ein toller Rhetoriker ist", sagt der hessische Schüler Jonny Kumar, 17. "Obama bringt so viel Energie rüber, das würde ich mir auch von deutschen Politikern wünschen", findet auch Rick Noack, 16, aus Dresden.
Ein akutes Krisengefühl haben die wenigsten der Schüler-Journalisten - sie kennen ihr Leben nicht anders. Sie wissen, dass Sicherheit und Jobs nicht mehr selbstverständlich sind, doch ihre Zeit ist ihnen zu wertvoll, um sich darüber aufzuregen. Sie sind kompromissbereit und kommen deshalb gut mit ihren Eltern aus. Rebellion, Auflehnung? Weit gefehlt - lieber basteln sie an ihrer Selbstdarstellung im Netz.
Fast alle Jugendlichen, die in diesem Jahr vom SPIEGEL für ihre Schülerzeitungen ausgezeichnet wurden, sind bei Communitys wie SchülerVZ oder Facebook registriert. Die Nachwuchsjournalisten sind täglich mehrere Stunden online, lesen Nachrichten, chatten, recherchieren und schreiben. Sie glauben, dass ihr späterer Beruf ihnen nicht nur Geld, sondern vor allem Spaß und Erfüllung bringt. "Wir wollen darin aufgehen und unsere Persönlichkeit einbringen. Gleichzeitig wollen wir etwas verändern, etwas aufbauen", sagt Eva, "wir haben ein leidenschaftliches Bild von Arbeit."
Trotz Medienkrise wollen nicht weniger der Schülerzeitungsmacher Journalisten werden. "Wenn man gut genug ist, kriegt man alles hin", glaubt Rick Noack. Um dieses Ziel zu erreichen, beschreiten sie höchst unterschiedliche Wege. Sieben Porträts zeigen, wie die Schüler ihr Leben planen, was sie denken und wovor sie Angst haben.
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Es fing schon vor Jahren an : meine 6-jährige Tochter kam nach Hause und war sehr traurig. "Warum habt Ihr den Regenwald kaputtgemacht ?" Ich war aufgebracht. Mit sechs Jahren versteht man die Zusammenhänge in der Welt [...] mehr...
Hm, warum soll man als Mittelschicht-Bürger kein Konzernlenker werden können? Viele -wenn nicht gar die meisten- haben haben am Anfang einen stinknormalen Mittelschichtlebenslauf und kommen aus einer ganz normalen Familie...wenn [...] mehr...
Vielleicht sollte man diese versaute Handygeneration besser mit dem Rad auf Weltreise schicken, statt sie vor Ort auf die eigentümliche bundesdeutsche Weltanschauung zu konditionieren? mehr...
Ich denke, dass früher schon eher der Glaube " wenn du hart arbeitest, dann kannst du alles erreichen " verbreitet war, da die Gesellschaft egalitär(er) war, und man konnte auch solche Leute treffen, ich hatte mal [...] mehr...
---Zitat--- Das weiß man aber doch, wenn man sich dafür entscheidet, oder sind hier alle so furchtbar naiv. Dann tut es mir leid. Ich wusste auch als ich mich gegen die Uni entschieden habe, dass ich in der heutigen zeit [...] mehr...
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