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Junge Elite "Wir wollen etwas verändern"

8. Teil: Uwe, 19, bleibt bodenständig in der Heimat

Uwe Grünefeld wohnt in Ostfriesland, die Eltern führen einen Bauernhof. Seine zwei älteren Brüder sind Landwirte geworden, doch Uwe kann sich ein Arbeitsleben in dem Agrarbetrieb der Eltern nicht vorstellen. Er ist technik- und computerbegeistert und könnte nur schwerlich ohne den Rechner und das Internet auskommen, "unglaublich monoton" fände er das. Schließlich hat er 80 Prozent seiner Freunde über das Internet kennengelernt.

Ostfriese Uwe Grünefeld, 19: "Nicht gleich alles hinschmeißen"

Ostfriese Uwe Grünefeld, 19: "Nicht gleich alles hinschmeißen"

In Foren tauscht er sich mit ihnen über Programmiersprachen aus oder postet sein Interesse an gemeinsamen Projekten. In seinem Chatprogramm ICQ hat er über hundert Jugendliche aus Berlin, München oder dem Saarland auf der Freundesliste stehen. "Am Anfang haben wir uns nur für spezielle Projekte zusammengetan. Mittlerweile quatschen wir aber auch über Privates oder helfen uns gegenseitig bei den Hausaufgaben. In einem gemeinsamen Blog schreiben Uwe und seine Internet-Freunde Texte über das, was sie gerade bewegt - das können Atomwaffen-Ambitionen Nordkoreas oder die neueste Casting-Show sein.

Uwe möchte seine Heimat nach dem Abitur nicht verlassen. Schließlich verbindet ihn vieles mit Ostfriesland: Seit Jahren leitet er den Kindergottesdienst, spielt im Posaunenkorps, ist Chefredakteur der Schülerzeitung, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und Webmaster der Homepage seines Dorfes. "Das kann ich doch nicht alles über den Haufen schmeißen", sagt Uwe und will deshalb im nahegelegenen Oldenburg Informatik studieren. Auch wenn ihn der Schwerpunkt Künstliche Intelligenz sehr interessiert, doch den hätte es nur in Berlin oder Kaiserslautern gegeben.

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insgesamt 495 Beiträge
Coss 16.06.2009
Nachdem ich den Spon Test mitgemacht habe, komme ich zu dem Schluss, dass die "Krisenkinder" langweilig und angepasst sind. Mit denen lässt sich nichts Interessantes backen - außer Apfelkuchen!
Zitat von sysopFragile Arbeitsverhältnisse, Terrorgefahr, Klimawandel - die junge Generation ist durch ein Lebensgefühl der Unsicherheit geprägt. Egoismus, und Überempfindlichkeit wird den 20- bis 35-Jährigen vorgeworfen. Sind die Krisenkinder zu angepasst?
Nachdem ich den Spon Test mitgemacht habe, komme ich zu dem Schluss, dass die "Krisenkinder" langweilig und angepasst sind. Mit denen lässt sich nichts Interessantes backen - außer Apfelkuchen!
PeterShaw 16.06.2009
Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Krisen. Anpassung ist also lebensnotwendig. Da die meisten Krisen allerdings Menschenwerk sind, stellt das Verhalten der Jüngeren einen Spiegel für die Älteren dar. Mir sagte neulich ein [...]
Zitat von sysopSind die Krisenkinder zu angepasst?
Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Krisen. Anpassung ist also lebensnotwendig. Da die meisten Krisen allerdings Menschenwerk sind, stellt das Verhalten der Jüngeren einen Spiegel für die Älteren dar. Mir sagte neulich ein Jüngerer: "Die 68er sind in den Sesseln der Macht angekommen - nun denken sie an ihre Rente und straffen die Bildung." Noch passen die Gestraf(t)en sich an.
metbaer 16.06.2009
Und wer prägt dieses Klima? Doch auch stark die Medien! Jede Woche wird daran erinnert, dass 'DER ANSCHLAG' definitiv kommen wird, sterben 150 Leute an einer Grippe, wird gleich die pandemische Apokalypse heraufbeschworen, [...]
Zitat von sysopFragile Arbeitsverhältnisse, Terrorgefahr, Klimawandel - die junge Generation ist durch ein Lebensgefühl der Unsicherheit geprägt. Egoismus, und Überempfindlichkeit wird den 20- bis 35-Jährigen vorgeworfen. Sind die Krisenkinder zu angepasst?
Und wer prägt dieses Klima? Doch auch stark die Medien! Jede Woche wird daran erinnert, dass 'DER ANSCHLAG' definitiv kommen wird, sterben 150 Leute an einer Grippe, wird gleich die pandemische Apokalypse heraufbeschworen, Jugendliche mit Alkoholvergiftung sind das Symptom des Scheitern unseres Systems, die Finanzkrise wird uns alles rauben (Haus, Auto, Erdbeeren im Supermarkt), eine geringe Wahlbeteiligung bei der Europawahl ist ein 90%iges Indiz für das Ende unserer Demokratie, ein niedriger Milchpreis gefährdet dauerhaft die Sicherung unserer Ernäherung, und so weiter und so fort. Keine Meldung, die nicht zur Panikmache mißbraucht wird, kein noch so unbedeutendes Ereignis, das nicht gleich 134 selbsternannte Experten ins Bild rückt, die alle prophezeien: - Es wird noch schlimmer - Nichts wird mehr so sein wie es mal war - Eigentlich ist gar nichts mehr zu retten Wer in einem solchen Klima von Angst und Panikmache aufwächst, läuft doch Gefahr irgendwann 'empfindlich und ängstlich' zu werden, denn leider benutzen nicht alle ihre Köpfe, schalten die Panikmache dann und wann ab und sagen sich: Die Menschheit hat schon ganz andere Sachen als Schweinegrippe und Finanzkrise überlebt.
PeterShaw 16.06.2009
Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu. Ich frage mich nur, ob "die Menschheit" gerade heute das Kriterium ist. Geht es nicht vielmehr um die Erdbeeren, die ICH essen will?
Zitat von metbaerDie Menschheit hat schon ganz andere Sachen als Schweinegrippe und Finanzkrise überlebt.
Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu. Ich frage mich nur, ob "die Menschheit" gerade heute das Kriterium ist. Geht es nicht vielmehr um die Erdbeeren, die ICH essen will?
kindlich 16.06.2009
es mag sein, dass wir angepasst erscheinen. aber warum hat das wort angepasst gleich einen so vorwurfsvollen und abwertenden klang. warum müssen wir uns von vorhergehenden generationen dieses wort "angepasst" als vorwurf [...]
es mag sein, dass wir angepasst erscheinen. aber warum hat das wort angepasst gleich einen so vorwurfsvollen und abwertenden klang. warum müssen wir uns von vorhergehenden generationen dieses wort "angepasst" als vorwurf anhören? wie sollen wir uns denn jetzt richtig orientieren, neue grenzen setzen, wenn uns die grenzen, in die wir hineingeboren wurden, gefallen, wenn wir uns wohl genug in ihnen fühlen und daher nicht lauthals demonstrieren, dass nicht alles wirklich nach unseren vorstellungen geht? wir leben eine passivität, mit der wir nicht zufrieden sind. aber wir sehen doch auch, dass aufbegehren, demonstrieren seine klaren grenzen hat. ist es denn von bedeutung sich aufzulehnen, wenn man von den vorgängergenerationen nur zu hören bekommt, was man alles falsch macht? dass man sieht, dass die proteste, das "nicht-angepasst-sein" letztendlich nur zu nichts führt, außer dem eindruck, dass unsere generation vielleicht nicht mehr angepasst, aber dafür vorlaut und selbstgerecht ist? die angepasstheit ist eine möglichkeit unseren weg zu finden, uns zu verwirklichen, auch wenn das auf die "revolutionären" generationen einen schalen eindruck macht.
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