Abiball-Betrugsfall: Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Die Berliner Polizei hat zwei Männer festgenommen, die mit einer Party-Agentur mehr als tausend Abiturienten um ihren Abschlussball betrogen haben. Inzwischen sind fast 90 Anzeigen eingegangen - in Hamburg untersucht die Staatsanwaltschaft einen ähnlichen Fall.

Abiturienten-Aktion in Berlin: Fast neunzig Anzeigen gegen verdächtige Firma Zur Großansicht
DPA

Abiturienten-Aktion in Berlin: Fast neunzig Anzeigen gegen verdächtige Firma

Berlin/Hamburg - In den Betrugsskandal um die Ausrichtung von Abi-Bällen kommt Bewegung. Am Freitagabend wurden nach Polizeiangaben der ehemalige und jetzige Geschäftsführer der unter Verdacht stehenden Eventfirma festgenommen. Zugleich ist die Zahl der Anzeigen in Berlin und Brandenburg inzwischen auf 89 gestiegen.

Die Berliner Party-Agentur hat mehr als tausend Abiturienten um ihren Abschluss-Ball betrogen. Mehr als ein Dutzend Schulen Berlin und Brandenburg sind betroffen. Die Firma hat pro Schule bis zu 50.000 Euro kassiert, die geplanten Abi-Bälle aber nie organisiert. Die Abiturienten hatten die Partys meist im Internet gebucht und das Geld bereits überwiesen. Die Zahl der Anzeigen wächst schnell. Innerhalb weniger Stunden erhöhte sie sich um fast 40 auf 89. Die Schadenssumme geht nach Polizeiangaben in die Hunderttausende.

Die beiden Festgenommenen sollen am Samstag einem Ermittlungsrichter zur Verkündung des Haftbefehls wegen des Verdachts der Untreue zum Nachteil der GmbH vorgeführt werden, sagte ein Polizeisprecher. Dann werde entschieden, ob sie in Untersuchungshaft genommen werden oder unter Auflagen auf freien Fuß kommen.

Auch Hamburger Eventfirma unter Betrugsverdacht

Wegen des Betrugsverdachts bei der Ausrichtung von Abiturfeiern jetzt auch die Hamburger Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Verantwortliche einer Eventfirma aufgenommen. Ihnen werde vorgeworfen, in drei Fällen die Ausrichtung von Abiturfeiern versprochen, Geld erhalten und die Feiern nicht ausgerichtet zu haben, sagte der Hamburger Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers. Betroffen seien Abiturienten von drei Hamburger Gymnasien.

Nach ersten Erkenntnissen liegt der Schaden in Hamburg zwischen 8300 und 18.000 Euro. Die Hamburger Staatsanwaltschaft könne überhaupt nicht abschätzen, ob die Abiturienten ihr Geld jemals zurückbekommen. "Das ist schon eine große Enttäuschung für die betroffenen Schüler", sagte Möllers.

Möllers zufolge wird auch geprüft, ob ein Zusammenhang zu den Vorfällen in Berlin und Brandenburg besteht, die am Donnerstag zur Durchsuchung von Geschäfts- und Privaträumen geführt hatten. Nach Angaben der Berliner Polizei waren der Firmensitz einer Eventagentur in Kreuzberg sowie vier Privatwohnungen durchsucht worden.

ulz/dapd

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. selber organisieren
marit 17.06.2011
Können die heutigen Abiturienten gar nichts mehr selber? Wir haben den ganzen Abschluss noch selber organisiert und finanziert.
2. und wie hoch
janne2109 17.06.2011
ist die zu erwartende Strafe? Lächerlich-
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik SchulSPIEGEL
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Abi - und dann?
RSS
alles zum Thema Abitur
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 2 Kommentare
  • Zur Startseite
Fotostrecke
Mottowoche vor dem Abi: "Wer will schon erwachsen werden?"
Ricks Abi-Blog: Ein Ende als Anfang
Rick Noack
Da muss er jetzt durch: Rick Noack, 18, macht dieses Jahr sein Abi an einem Dresdner Gymnasium. Im SchulSPIEGEL schreibt er bis zum Sommer 2011 über die schönsten und stressigsten Momente:

Teil 1: Bekenntnisse einer Mathenull

Teil 2: Zwischen Superstrebern und falschen Freunden

Teil 3: Abiturient sein heißt, vom Kindergarten zu träumen

Teil 4: "Seid ihr wirklich so dumm?"

Teil 5: Karriere? Nicht mit uns!



Social Networks

Entdecken Sie außerdem SchulSPIEGEL auf...