Heldenverehrung: Gymnasium nach Rennfahrer Sebastian Vettel benannt

Erbarmen - zu spät, die Hesse komme: 2006 machte Formel-1-Pilot Sebastian Vettel, 21, in Heppenheim sein Abitur, am Sonntag gelang ihm als jüngster Fahrer aller Zeiten ein Triumph in Monza. Darum hat seine frühere Schule sich nach Vettel benannt. Für ein paar Tage.

Bei Formel-1-Nachwuchsfahrer Sebastian Vettel läuft es rund. Erst der famose Grand-Prix-Sieg in Monza und Elogen in der internationalen Presse, nun hat er auch noch seine eigene Schule, quasi. Das Starkenburg-Gymnasium im hessischen Heppenheim, wo Vettel 2006 das Abitur mit der Note 2,8 machte, hat sich zu seinen Ehren nach dem wohl berühmtesten Schüler benannt - zumindest bis zum heutigen Donnerstag.

Heppenheim steht Kopf vor Glück, das 25.000-Einwohner-Städtchen ist mächtig stolz auf den Raser. Die offizielle Homepage der Schule unter www.starkenburg-gymnasium.de ziert nun ein stilisiertes Foto von Vettels Dienstwagen vom Formel-1-Rennstall Toro Rosso. Das Foto darüber zeigt die Schule wenig ansehnlich hinter einem Bauzaun - und auf dem Kopf der Seite prangt in großen Lettern "Sebastian-Vettel-Gymnasium".

Mit 21 Jahren hatte Vettel am Sonntag in Monza sensationell den Großen Preis von Italien gewonnen. Er ist damit der bislang jüngste Rennsieger in der wichtigsten Motorsport-Klasse. "Wir sind mächtig stolz auf ihn, auch wenn wir nicht so viel zu diesem Erfolg beigetragen haben", sagte der stellvertretende Schulleiter Karl-Heinz Diedrich. Allerdings habe die Schule früher versucht, Vettel "seinen Nebenjob zu ermöglichen".

Fahrlehrer lernte bei Vettel Kurvenfahren

Der Schüler habe das Entgegenkommen aber nie ausgenutzt. "Er hat immer das gebracht, was wir eingefordert hatten und hat keine Extrawurst bekommen. Was er verpasst hat, das hat er immer nachgearbeitet", sagte Diedrich.

Unten auf der Web-Seite folgt noch ein Gruß an den Ex-Schüler und Rennwagenpiloten Vettel: "Das SGH freut sich mit Sebastian Vettel. Mach weiter so und bleib gesund." Auch der frühere Klassenlehrer erinnert sich gern: "Als wir in Rimini auf Klassenfahrt waren, hat Sebastian eher wenig getrunken. Dafür ist er immer ganz früh aufgestanden und hat Strandläufe gemacht", erzählte Klaus Ritzert, bei dem Vettel sein Leistungsfach Physik hatte, der Zeitung "Express".

Auch Rennfahrer brauchen einen Führerschein - den machte Vettel bei Harald Meyer. Der Heppenheimer Fahrlehrer konnte ihm praktisch nichts mehr beibringen, im Gegenteil, "er hat mir gezeigt, wie man im Odenwald schöne Kurven fährt", sagte Meyer dem Radiosender FFH. Ein Vergnügen sei es gewesen, aber der Unterricht auch für Vettel nicht ganz nutzlos: "Die Straßenverkehrsordnung habe ich ihm beigebracht."

Im Gästebuch der Schule ist das Echo auf die zeitweilige Umbenennung durchweg positiv. Lediglich ein anonymer Schreiber findet es "armselig", die Schule anders zu taufen, "nur weil ein Ex-Schüler ein Rennen gewonnen hat". Es bleibt ja nicht dabei: Ab Freitag soll die Schule mit knapp 1200 Schülern und 100 Lehrern wieder Starkenburg-Gymnasium heißen.

cht/sid

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