"Wie werde ich...": Johann König, Spaßmacher mit Fistelstimme

Verdruckster Humor, schräge Musiknummern: Mit Geschichten aus seiner verkorksten Gefühlswelt füllt Komiker Johann König, 36, Säle. Im SchulSPIEGEL-Fragebogen verrät er, dass er beinahe Lehrer geworden wäre - bis er absichtslos mit einem Gedicht zu seinem Beruf fand.

Johann König ist heute Komiker, weil ... er zufällig mal ein Gedicht beim "open microphone" im Kölner Zap Zarap vorgelesen hat. Die Leute haben so gelacht, dass er dachte: Das muss ja witzig sein.

Wäre er nicht Komiker geworden, ... wäre er Lehrer geworden. Beim Lehramtsstudium war allerdings eher sein Vater der Wunsch des Gedankens.

In der Schule war er ... faul, ängstlich, schüchtern. Er hat sich selten gemeldet, hatte eine große Scheu, vor Leuten zu sprechen, hat sich vor Referaten gedrückt, nie Theater gespielt oder Musik gemacht. War introvertiert bis zur Hutschnur.

Seine Mitschüler haben ihn deshalb ... in Ruhe gelassen. Das Beste, was ihm dann passiert ist, war die Wiederholung der zwölften Klasse. Auch wenn sein Vater als erstes fragte, ob er wüsste, was ihn das koste, wenn er ein Jahr länger zu Hause wohne, hat es sich als großes Glück erwiesen, denn: Neue Lehrer, (neue) Freunde und eine Frau betraten im Gleichmarsch sein Leben.

Mit 17 hat Johann König davon geträumt, ... tja, das weiß er kaum noch. Der Traum vom Fußballprofi platzte mit 16 nach einem Unfall. Mit 17 träumte er vermutlich von seinem ersten Sex mit jemand anderem.

Dass er Komiker werden will, wusste er, als ... die Leute beim "open mic" 1997 so gelacht haben, ohne dass dies beabsichtigt war.


Johann König war sich nie zu schade, ... auch mal einen alten Witz zu erzählen, ... er würde aber nie ... einen erzählen wie folgenden: Ein Mann zum anderen: Ich glaub, meine Frau ist tot. Wieso?, fragt der andere. Ach, ich weiß auch nicht. Der Sex ist wie immer, aber die Küche sieht aus ...

Johann König regt echt auf, dass ... es bei Bahn, Lidl oder Telekom unerträgliche Bespitzelungsaffären gibt. "20 Jahre nach dem Ende der DDR haben wir wieder einen Überwachungsstaat", sagte er einmal ganz ernst.

Der entscheidende Moment in seiner Karriere war ... das erste Vorlesen eines Gedicht im ... (siehe Frage 1 und 6).

Johann König wäre gern mal für einen Tag ... im siebten Monat schwanger. Seine Freundin hatte eine ganz feine Schwangerschaft und sagte immer, sie fühle sich "bewohnt". Das fand er so schön, dass er direkt ein Lied mit folgendem Refrain darüber geschrieben hat: "Meine Freundin ist bewohnt, und ich hoff, dass sich das lohnt". Er würde dieses Gefühl gerne einmal erleben.

Der schönste Tag seines Lebens war ... der 9.1.1978, als seine Frau geboren wurde.


Sein größter Fehler ... kommt noch.

Sich selbst findet er ... überaus pfiffig und ausgebufft.






Dem nächsten Johann König wünscht Johann König ... allet Jute.






Könnte er sein Leben noch einmal leben, dann ... würde er seine Brille wieder..., ne. Wie ist die Frage gemeint? Mit seinem jetzigen Wissen und Können noch mal leben? Dann würde er früh sprechen können und laufen. Ohne das jetzige Wissen und Können kann er es nicht anders leben. Johann König ist kein Mensch, der zurück schaut. Nichtsdestotrotzalledem glaubt er manchmal, in seinem letzten Leben als schwarze oder gelbe, gut gebaute aber unsportliche, disziplinierte aber phantasielose, immer fröhliche und extrem temperamentvolle Frau in einem sehr armen Land gelebt zu haben, weil das exakt das Gegenteil von dem wäre, was er heute lebt.

Aufgezeichnet von David Scherf

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