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Angst vor Boko Haram: Niger verlegt fast Hundert Schulen

Boko-Haram-Kämpfer: Die Islamisten suchen sich häufig Schulen für ihre Angriffe aus Zur Großansicht
AFP/ Boko Haram

Boko-Haram-Kämpfer: Die Islamisten suchen sich häufig Schulen für ihre Angriffe aus

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram geht gezielt gegen Schulen vor. Hunderttausende Kinder besuchen deshalb gar keinen Unterricht mehr. Niger hat jetzt reagiert - und 99 Schulen verlegt.

Für 6000 Kinder in Niger ist wieder ein regelmäßiger Schulbesuch möglich. Der afrikanische Staat hat 99 Schulen in sicherere Gebiete verlegt - aus Angst vor Angriffen der Islamistenmiliz Boko Haram.

Laut dem Uno-Koordinierungsbüro Ocha sind zudem in Lagern, in denen vor Boko Haram geflüchtete Menschen leben, dutzende Unterrichtsräume eingerichtet worden. Das von der Regierung und von Ocha im November gestartete Programm werde aber nach wie vor durch die prekäre Sicherheitslage und durch Vertreibungen behindert, teilte Ocha weiter mit.

Boko-Haram-Extremisten kämpfen im Norden Nigerias und jenseits der Grenzen für einen islamistischen Staat. Dabei gehen sie gezielt gegen Schulen und andere Bildungseinrichtungen vor, setzen Gebäude in Brand und entführen Schülerinnen. So sind etwa die sogenannten Chibok Girls seit fast zwei Jahren in der Hand der Terroristen. Die mehr als 200 überwiegend christlichen Schülerinnen waren im April 2014 entführt worden. Die Massenentführung im nordöstlichen Bundesstaat Borno hatte weltweit für Entsetzen gesorgt.

Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef geht davon aus, dass Boko Haram in den betroffenen Ländern mehr als eine Million Kinder am Schulbesuch hindert, mehr als 2000 Schulen wurden geschlossen. Die fehlende Bildung wiederum sei ein Nährboden für Radikalisierung und Extremismus.

ler/AFP

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