Richmond - Ein populäres YouTube-Video wurde dem sonst durchaus angesehenen Kunstlehrer Stephen Murmer zum Verhängnis: Weil er in seiner Freizeit Kunstwerke erstellt, indem er mit Po und Genitalien Farbe auf Leinwände aufträgt, wurde er vom Unterrichtsbetrieb ausgeschlossen. Da half auch die Verkleidung mit langer Nase, angeklebtem Schnurrbart und Turban im Video nichts.
Unter dem Pseudonym "Stan the butt print artist" (Stan, der Po-Künstler) bietet der Lehrer seit Jahren seine Kunstwerke im Internet an. Zum Eklat kam es erst, als eine Demonstration seiner ausgefallenen Maltechnik bei YouTube und ähnlichen Internetseiten auftauchte - und mit über 100.000 Zugriffen höchst populär wurde. Nicht die Kunst selber sei für den Rausschmiss verantwortlich, sondern die damit verbundene Störung eines geregelten Unterrichtsablaufes, sagten Offizielle der Schule in Richmond (US-Bundestaat Virginia) der Zeitung "Richmond Times Dispatch".
Zunächst war er Anfang Dezember nur zeitweise suspendiert worden, Dienstag erfolgte der endgültige Rausschmiss. Die Schule argumentierte, die Schüler hätten ein Recht auf eine Ausbildung in einer Umwelt ohne Irritationen. Jetzt setzt sich die Bürgerrechtsorganisation ACLU für den Lehrer ein. Sie beruft sich auf die Freiheit der Kunst, die in der Verfassung garantiert sei. Zudem habe Stephen Murmer "seine Privataktivitäten klar von der Schule getrennt".
Vielleicht hat Murmer nun Zeit, sich vollkommen seiner eigenwilligen Kunst zu widmen. Laut Künstler zahlen Liebhaber bis zu 900 US-Dollar (693 Euro) für seine "Butt Prints".
sto/dpa
Das "Skandal-Video" bei YouTube:
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik SchulSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Querweltein | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH