Das Projekt richtet sich an 18- bis 28-jährige Deutsche, die entweder einen Haupt- oder Realschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung oder das Abitur haben. Sie sollten die Sprache des Gastlandes sprechen. "Grundkenntnisse reichen", sagt Michael Pahl vom Verein "AFS - Interkulturelle Begegnungen" in Hamburg, "man sollte sich im Alltag verständigen können."
Auslandsprojekte: Andere Kulturen kennenlernen
Wichtig sei vor allem, dass die Teilnehmer offen für neue Kulturen und andere Menschen sind, sagt Pahl. Denn nur so fänden sie sich in einer fremden Kultur zurecht. Außerdem müssten sie bereit sein, sich aktiv in die Projekte einzubringen. Von den Bewerbern wird erwartet, dass sie sich bereits in irgendeiner Form sozial engagiert haben - etwa im Sportverein oder in der Schule.
Mindestens sechs Monate. In vielen Projekten wird aber eine zwölfmonatige Teilnahme verlangt. Männer, die statt Zivildienst einen Freiwilligendienst mit "Weltwärts" leisten wollen, müssen mindestens elf Monate mitarbeiten.
Die Teilnehmer müssen für den Freiwilligendienst nichts zahlen, für die Auswahltreffen können laut BMZ aber Kosten anfallen. Von den Freiwilligen wird erwartet, dass sie sich bereits vor der Ausreise für ihr Projekt einsetzen und zum Beispiel über einen Unterstützerkreis Spenden sammeln. Am Ort erhalten sie ein Taschengeld von 100 Euro im Monat. Unfall-, Haftpflicht- und Auslandskrankenversicherung werden bezahlt.
Ihre Bewerbung richten Interessierte direkt an die Entsendeorganisation. Sechs bis neun Monate Vorlauf sollten sie einplanen, sagt Pahl: "Bei uns gibt es keinen Bewerbungsschluss. Aber die Plätze werden nach Eingang vergeben. Und irgendwann sind sie voll."
Organisation ICJA Freiwilligenaustausch weltweit entsendet im Januar und im August oder September Teilnehmer. "Für 2009 sind alle Plätze weg. Für 2010 kann man sich aber noch bewerben", sagt Andrea Schwieger Hiepko von ICJA. Dort müssen Interessierten umfangreiche Bewerbungsunterlagen ausfüllen und unter anderem ihre Motivation schildern. Offene Fragen werden am Telefon besprochen. "Da wir mehr Bewerber als Plätze haben, versuchen wir die Besten für ein Projekt zu finden." Bei AFS gibt es Informationstage mit Einzel- und Gruppengesprächen.
Zu den Auslandszeiten kommen noch Vorbereitungs-, Begleit- und Nachbereitungstage. Dort bekommen die Teilnehmer Informationen zu den Projekten, zum Land und zur Kultur. Aber auch das Thema Entwicklungshilfe wird diskutiert. Bei ICJA beginnt der Auslandsaufenthalt mit einem Sprachkurs.
Die Palette ist breit - Projekten in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Nothilfe, Umweltschutz, Menschenrechte, Demokratieförderung und Sport. Häufig werden die Teilnehmer in der Kinder- und Jugendbetreuung eingesetzt, sagt Schwieger Hiepko. Manche Einsätze verlangen bestimmte Kenntnisse, können dafür aber als Fortbildung genutzt werden. "Etwa, wenn man als Assistant Teacher arbeitet und Englisch unterrichtet", so Pahl. Das ist für angehende Lehrer interessant.
Die Freiwilligen wohnen in den Projekten mit anderen internationalen Helfern oder - und das gilt für die Mehrheit - in Gastfamilien. "Das ist die beste Variante, weil man direkten Kontakt ins Land bekommt", sagt Schwieger Hiepko. Unterkunft und Verpflegung werden bezahlt.
jol/tmn
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