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11.03.2009
 

Zurück vom Auslandsjahr

Fremdeln in der Heimat

Von Carola Padtberg

4. Teil: Lars in Australien: Zurück im deutschen Schulchaos

"Als sich mein Auslandsjahr in Australien dem Ende zuneigte, fühlte ich mich wie im Film 'Terminal', in dem Tom Hanks einen Mann spielt, der ohne Pass im Transitbereich eines Flughafens lebt. Er kann weder einreisen, noch kann er zurück.

Lars Ippich, 18: Von Australien zurück ins Land der kranken Lehrer
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Lars Ippich

Lars Ippich, 18: Von Australien zurück ins Land der kranken Lehrer

Ähnlich gefangen fühlte ich mich schon in den letzten Wochen in Melbourne. Ich befand mich in Australien, plante aber bereits Praktika in Deutschland und wählte meine Schulfächer. Zurück zu Hause lebte ich mich in mein soziales Umfeld wieder recht gut ein.

Das lag bestimmt auch daran, dass ich in Australien zweimal die Gastfamilie gewechselt hatte. Ich war mit den Familien nicht richtig warm geworden - einerseits war das natürlich schade, andererseits war die Sehnsucht aber auch nicht so groß.

Mich jedoch an die deutsche Schule zu gewöhnen, war nicht leicht. Ich war zurück im Land der fehlenden Schulmittel und kranken Lehrer! Während auf der anderen Seite des Erdballs die Lehrer nie gefehlt hatten, hing hier wieder der fünfseitige Vertretungsplan am Schwarzen Brett.

Jetzt erst wurde mir klar, was für eine Luxuseinrichtung die katholische Privatschule Notre Dame College gewesen war. 1400 Schüler besuchten diese Schule auf einem riesigen Campus. Ich belegte tolle Fächer wie Business-Management oder Psychologie. Es gab Smartboards und Beamer und eine Bibliothek voll mit Computern. 50 Seiten durfte jeder Schüler umsonst am Schulcomputer ausdrucken - zu Hause in Bremerhaven muss jeder zwölf Euro Kopiergeld zahlen.


Statt in Anzug und Krawatte gammeln wir Jungs wieder im Kapuzenpulli in Kursen, die uns nicht interessieren, weil wir sie nicht selbst wählen können. Statt vor ausgefeilter Methodik, Powerpoints und Handouts sitze ich wieder in U-Form vor einem Tafel, auf der mit dem letzten Kreiderest gekrakelt werden muss.

Natürlich war der Unterricht im Notre Dame College nur deshalb so pompös, weil dort ziemlich viel Schulgeld gezahlt werden musste. Die Schule war sogar so wohlhabend, dass dem deutschen Austauschschüler die Gebühr erlassen werden konnte. Immerhin war darin auch ein Fünf-Tage-Trip nach Melbourne mit Übernachtungen inbegriffen."

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