"Neulich habe ich meinen Freunden erzählt, dass ich ein Auto brauche. 'Hier in Berlin kommst du doch viel schneller mit der Bahn ans Ziel', sagten die. Mittlerweile habe ich festgestellt, das stimmt. In meiner Heimatstadt Orlando gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel, ich kannte das einfach nicht. Klar, hier fahre ich jetzt Bahn.
Mich nervt allerdings, dass die Deutschen sich für umweltbewusst halten und mich als Amerikanerin verurteilen. Für sie steht fest, dass wir viel Wasser verbrauchen und ständig die Heizung anhaben. Natürlich machen das manche Amerikaner, aber in meiner Familie achten wir darauf, keine Energie zu verschwenden.
Ich begegne hier vielen Vorurteilen: Die Amerikaner seien alle konservativ und für einen Irakkrieg - die bösen Amerikaner. Und ich muss mich rechtfertigen. Dabei finde auch ich Kriege doof.
Doch eines der Vorurteile der Deutschen stimmt. Amerikaner sprechen seltener Fremdsprachen als Deutsche. Das liegt nicht etwa an fehlendem Interesse, sondern an den wenigen Möglichkeiten, die wir haben. In der Schule und an der Universität gibt es weniger Sprachkurse als hier in Deutschland, denn in den USA wird das Thema nur stiefmütterlich behandelt. Und das ist schade.
Ansonsten finde ich mich hier gut zurecht, obwohl mein Leben so anders ist. Es ist schwer für mich, alles zu verstehen. Wenn ich mich mit Freunden über spezielle Themen unterhalte, komm ich manchmal einfach nicht mehr mit."
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