"Die Organisation an meiner deutschen Uni ist sehr konfus, sofern es überhaupt eine gibt. Es nimmt dich niemand an die Hand, keiner zeigt dir, wo dein Klassenzimmer ist oder wie das Prüfungssystem funktioniert. Studenten müssen sich alleine durchbeißen und das ganze Hochschulsystem erstmal erforschen, bevor sie wirklich mit dem Studieren loslegen können.
German functionality - pünktlich und gewissenhaft sein, das gibt es hier tatsächlich. Aber letztlich ärgern sich Amerikaner wie Deutsche, wenn die Bahn zu spät kommt. Typisch deutsch ist, dass nichts typisch ist: In Konstanz ist es ganz anders als in Berlin - hier Berge und Bodensee, dort unglaublich viele Kulturen auf engstem Raum.
Die deutsche Geschichte begeistert mich, gerade in Berlin bekomme ich viel davon mit. Sie reicht so weit zurück, dass die Leute hier darüber lachen, was Amerikaner als alt bezeichnen.
Deutsche sind sehr viel aufgeschlossener, als ich vorher dachte. Ich habe die Verwandten meiner Gastfamilie im Schwarzwald besucht. Die Großeltern haben mir von ihren Erfahrungen im zweiten Weltkrieg erzählt und wollten wissen, was die Amerikaner im Rückblick darüber denken. Sie haben nach amerikanischer Kultur und Gesellschaft gefragt, nach Obama und der Präsidenten-Wahl. Es ist großartig, dass sich Deutsche so für mein Land interessieren!
Worüber ich mich aber immer noch wundere: Hier erwartet man von einem Mann, dass er sich zum Pinkeln hinsetzt."
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik SchulSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Querweltein | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH