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26.06.2009
 

US-Schule filzte Mädchen

Oberstes Gericht verbietet Intimuntersuchungen

Weil Lehrer Drogen bei ihr vermuteten, musste ein 13-jähriges Mädchen aus Arizona sich bis auf die Unterwäsche ausziehen. Gefunden wurde nichts. Ist eine solche Durchsuchung zulässig? Nein, urteilte nun der Supreme Court - und schloss zugleich Schadensersatz aus.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Rechte von Schülern gegen Intim-Durchsuchungen wegen Drogenverdachts gestärkt. Die Richter des Supreme Court in Washington entschieden in einem Grundsatzurteil am Donnerstag, dass die Ganzkörperdurchsuchung einer damals 13-jährigen Schülerin verfassungswidrig gewesen sei.

Supreme Court: Leibesvisitation verstieß gegen Verfassung
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AFP

Supreme Court: Leibesvisitation verstieß gegen Verfassung

Der Tag, an dem sich die Achtklässlerin Savana Redding im Zimmer des stellvertretenden Schulrektors bis auf die Unterwäsche ausziehen musste, ist sechs Jahre her. Bei einer ehemaligen Freundin von Redding war Ibuprofen, ein Medikament gegen Schmerzen und Entzündungen, in verschreibungspflichtiger Stärke gefunden worden. Die Freundin sagte, sie habe die Tabletten von Savana erhalten. Daraufhin brachte der stellvertretende Rektor das Mädchen in sein Büro; dort unterzogen eine Schulkrankenschwester und eine Sekretärin sie einer Leibesvisitation.

Das Schulpersonal hat nichts zu befürchten

"Sie sagten, ich soll meinen BH von mir wegziehen und hin und her bewegen, dann sollte ich die Beine spreizen und meine Unterhose lüften", erzählte Redding im März der "New York Times".

Die Mutter der Schülerin klagte vor Gericht gegen die Behandlung ihrer Tochter, weil sie darin einen Verstoß gegen den vierten Zusatzartikel der US-Verfassung sah. Dieser Artikel schützt US-Bürger vor "unverhältnismäßigen Durchsuchungen". Mit der Mehrheit von acht zu einer Stimme hielten die Richter des Supreme Court das Urteil eines Gerichts in San Francisco gegen die Schule aufrecht.

Zugleich verbauten die Richter allerdings den Weg zu Schadensersatzforderungen. Die Rechtslage sei unklar gewesen, so dass das Schulpersonal nicht zur Verantwortung gezogen werden könne. Die Entscheidung, ob der Schulbezirk haften muss, wurde einem Gericht einer niedrigeren Instanz übergeben.

Der Fall hatte in den USA zu einer Debatte geführt, wie groß der Handlungsspielraum von Schulpersonal sein darf, um eine Null-Toleranz-Politik in Sachen Gewalt und Drogen umzusetzen. Manche Eltern waren entsetzt ob der Aufdringlichkeit; andere waren besorgt, dem Schulpersonal könnten beim Bemühen, die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten, die Hände gebunden sein.

"Der schlimmste Alptraum für alle Eltern"

Bürgerrechtler in den USA, organisiert in der American Civil Liberties Union, unterstützten Redding und ihre Mutter bei der Klage gegen die Schulbehörde. Ein Bürgerrechtsanwalt vertrat die Familie auch vor dem Obersten Gericht. Anwalt Adam B. Wolf sagte der "New York Times" im März, was Savana in der Schule passiert ist, sei "der schlimmste Alptraum für alle Eltern".

In der Vorinstanz hatte ein Gericht in San Francisco entschieden, die Durchsuchung von Savana Redding verstoße gegen die Verfassung der USA. Der Richter Kim McLane Wardlaw sagte zur Begründung, man brauche "keinen Professor für Verfassungsrecht, um festzustellen, dass die Durchsuchung eines nackten 13-jährigen Kindes eine Verletzung der verfassungsmäßigen Rechte ist".

bim/AFP

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