Aus Furcht vor der Schweinegrippe hat eine Bürgermeisterin in Frankreich in Schulen die traditionellen Begrüßungsküsschen verboten. Die bei kleineren Kindern auch gegenüber ihren Lehrern üblichen "Bisous" seien bis auf weiteres untersagt, um eine Verbreitung des H1N1-Virus zu verhindern, sagte Hélène Tanguy, Bürgermeisterin der westfranzösischen Ortschaft Le Guilvinec, am Mittwoch.
Den Kindern in Vor- und Grundschulen werde jetzt beigebracht, sich "wie Indianer" durch Heben der Hand zu begrüßen. Bei Streitigkeiten bleibt die Friedenspfeife jedoch kalt - Ansteckungsgefahr zu hoch. Für Kinder, die ihren Lehrern oder Lehrerinnen unbedingt ihre besondere Zuneigung zeigen wollen, werden zudem "Küsschenkisten" aufgestellt. Dort hinein können sie kleine Papierherzen werfen.
Auf das Küsschenverbot sei sie bei einer Sitzung mit den Schulleitern zur Vorbereitung auf den Kampf gegen die Grippe-Epidemie gekommen, sagte Bürgermeisterin Tanguy, die der konservativen Regierungspartei UMP angehört: "Eine Direktorin hat angemerkt, dass es nicht hilfreich ist, wenn sie jeden Morgen von 66 Schülern abgeküsst wird."
Tanguy selbst verzichtet bei ihren Spaziergängen durch die Stadt schon länger auf Küsschen als Begrüßung für ihre Mitbürger. Statt dessen behelfe sie sich mit "netten Gesten", sagte sie. "Am Anfang hat das alle zum Lachen gebracht." Inzwischen fänden die Bürger das aber normal.
bim/AFP
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