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24.01.2010
 

Teenager-Rekordjagd

Duell der Segel-Süchtigen

Zwei Mädchen kämpfen um einen Rekord: Nach der 16-jährigen Australierin Jessica Watson ist nun die gleichaltrige Abby Sunderland in See gestochen. Auch die Amerikanerin will unbedingt der jüngste Mensch sein, der die Welt umsegelt - und wählt dafür eine gefährliche Route mit schwerer See.


Thousand Oaks/Marina del Rey - Es ist nicht gerade windig an diesem Tag. Und das ärgert Abby Sunderland etwas. Schließlich soll es nicht schon gleich am Anfang ihrer Reise schlecht laufen. Trotzdem strahlt die 16-Jährige aus Thousand Oaks, als sie sich, unter dem Jubel von Freunden und Verwandten, von ihrer Mutter verabschiedet. Diese wird ihre Tochter mindestens fünf Monate lang nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Abby glaubt zu wissen, was sie tut: Sie will der jüngste Mensch sein, der bisher die Welt umsegelte. Ihr Bruder hat ihr schon vorgemacht, wie es geht. Am 16. Juli 2009 lief Zac mit seinem Segelboot im kalifornischen Hafen in Marina del Rey ein. Der damals 17-Jährige war 45.000 Kilometer weit gesegelt und hatte dafür 13 Monate gebraucht. Er war der jüngste Segler der Geschichte, der die Welt allein umrundete.

Inzwischen hält ein anderer den Rekord: Mike Perham, der junge Brite, der in diesem Jahr 18 wird, umsegelte ebenfalls die Welt. Als er nach zahlreichen Pannen in den Heimathafen zurückkehrte, war er ein paar Monate jünger als sein Vorgänger Zac Sunderland bei dessen Zieleinfahrt.


Seit Samstag ist Abby Sunderland nun auf der Jagd nach dem Titel. Ihre Abfahrt hatte sich um mehrere Tage verzögert, weil zuvor eine Reihe schwerer Stürme das Meer vor der kalifornischen Küste zu sehr aufpeitschten. Abby, die noch nicht einmal einen Führerschein besitzt, hat aber keine Garantie, dass ihr Versuch klappt. Denn zeitgleich mit Sunderland kreuzt ein weiteres Mädchen auf Weltumseglungskurs über die Weltmeere: Die 16-jährige Australierin Jessica Watson befindet sich ebenfalls auf einem Solo-Törn - und die Australierin hat bereits einen Vorsprung. Seit drei Monaten ist sie allein unterwegs, vor etwa zehn Tagen umschiffte sie den südlichsten Punkt Südamerikas, das Kap Horn.

So schnell wie möglich nach Süden

Abby steht dagegen erst ganz am Anfang ihrer gefährlichen und langen Reise. Zunächst will die Amerikanerin von der kalifornischen Küste aus nach Süden segeln, vorbei an Santa Catalina Island. Das Ziel für die erste Woche: So schnell wie möglich so weit nach Süden wie möglich zu kommen.

Während ihr Bruder Zac bei seiner Rekordfahrt viele Zwischenstopps einlegte und eine westlichere Route durch gemäßigtere Zonen wählte, will Abby die Reise nonstop und ohne jede Hilfe schaffen. Wie ihre Konkurrentin Jessica wird sie zunächst Kap Horn umsegeln. Danach geht es immer entlang der Antarktis, im Süden vorbei an Afrika und Australien, schließlich wieder in nördliche Richtung zum Pazifik zurück.

Diese Route ist zwar kürzer, weniger von großen Frachtern befahren und nahzu piratenfrei. "Piraten jagen mir Angst ein, also friere ich lieber", sagte Abby der "New York Times". Allerdings droht der jungen Seglerin auf dieser schnellen Route um die Südhalbkugel deutlich schlecheteres Wetter.

Wie schnell ein Solo-Törn gefährlich werden kann, zeigte jüngst ein beinahe-Unglück von Abbys Konkurrentin Jessica Watson. Im Südatlantik erwischte ein Sturm in Hurrikanstärke die "Ella's Pink Lady" der Australierin.


Bis zu zehn Meter hohe Wellen und Windgeschwindigkeiten von 70 Knoten setzten dem Mädchen und ihrem Boot arg zu. Mehrmals geriet sogar der Mast der Yacht ins Wasser, Wellen tauchten das Segelboot unter. Jessica und ihr Schiff überstanden den Sturm unbeschadet.

Bleibt abzuwarten, welchen wilden Stürmen die 16-jährige Abby und ihr Boot "Wild Eyes" auf der Fahrt um die Südhalbkugel begegnen werden.

cib/cht, AFP

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Die neuesten Beiträge:
25.01.2010 von marypastor: Ich sehe das so:

[QUOTE=sysop;4890939]Zwei Mädchen kämpfen um einen Rekord: Nach der 16-jährigen Australierin Jessica Watson ist nun die gleichaltrige Abby Sunderland in See gestochen. Auch die Amerikanerin will unbedingt der jüngste Mensch sein, [...] mehr...

25.01.2010 von gsfx: Gruppendruck

Gruppendruck. Im Grunde sind die nicht wirklich cleverer, als jemand, der beim "Komasaufen" mitzieht. Mal sehen, wann die Erste von denen von Piraten zurückgekauft werden muss und mit einem Piratenbaby im Bauch nach [...] mehr...

25.01.2010 von zeewezel: Geistige und körperliche Reife?

Das wahre Leben erfordert auch ein gutes Selbstbewusstsein, Durchsetzungsfähigkeit und Stressmanagement. Alle drei Punkte, besonders letzterer werden definitiv durch Einhandsegeln verinnerlicht. Für mich wäre eher die Frage [...] mehr...

25.01.2010 von alexl1966: Dem ist nichts hinzuzufügen...

....aber wir können uns schon auf den nächsten Wettlauf einstimmen: jüngster Teenie im Weltraum...... mehr...

25.01.2010 von alfredo_spencer: Rekordjagd != Lebenserfahrung

Was unterscheidet Einhand um die Welt segeln von 3 Monaten alleine auf See an einer beliebigen Stelle des Weltmeeres? Die Erfahrungen die man bei den o.g. Aktivitäten macht, wird man ALLEINE wenig nördlich des Polarkreises kaum [...] mehr...

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