Austausch-Log Taiwan: Her mit den frittierten Hühnerpopos
Die Hitze haute Austauschschüler Tim Hörster nach seiner Landung in Taiwan beinahe um. Zur Abkühlung flößten ihm die Gastgeber eiskalten Bubble Tea ein. Sein größter Spaß ist derzeit das Kochen mit seinem Gastvater - und der Verzehr seiner neuen Lieblingsspeise: Fried Chicken Asses.
Wochen vor dem Abflug nach Taiwan konnte ich die Frage, ob ich schon aufgeregt sei, immer verneinen. Doch als der Termin näher rückte, änderte sich das. Am letzten Tag war ich sehr aufgeregt, und in meinem Kopf kreisten tausend Fragen. Es erschien mir so surreal, die vertraute Umgebung für ein ganzes Jahr zu verlassen. Gleichzeitig war ich glücklich, dass es endlich losging.
Eine Abschiedsparty gab es nicht, ich habe lieber mit jedem meiner Freunde einzeln einen Tag verbracht. Ich wollte mir Zeit nehmen für sie und für meine Familie, und mich von allen persönlich verabschieden. Von meiner Klasse habe ich ein rührendes Abschiedsgeschenk bekommen: ein T-Shirt mit einem Foto von uns und Unterschriften von allen.
Ich flog von Berlin-Tegel nach Amsterdam und von dort weiter nach Taipeh. Im ersten Monat lebe ich in dieser riesigen Metropole, um einen Sprachkurs zu machen, damit mein Chinesisch besser wird. Vor der Abreise hatte ich schon zu Hause gelernt, allerdings nur für mich, weil es in der Nähe keinen passenden Sprachkurs gab.
Ich wohne nun mit meinen Gasteltern in einem kleinen, gemütlichen Apartment in Neihu, einem Distrikt von Taipeh. Danach soll es für weitere zehn Monate nach Yilan im Südwesten Taipehs gehen. Dort wartet meine zweite Gastfamilie.
Als ich aus dem Flughafen kam, war ich überwältigt von der Schönheit Asiens mit 24-Stunden-Sauna-Gefühl. Riesige Palmen standen überall und säumten die Schnellstraßen. Es war den ganzen Tag heiß und feucht. Zum Glück gibt es hier in jedem öffentlichen Gebäude, jedem Auto und zu Hause große Klimaanlagen.
Ein Glas Zuckerrohrsaft, und die Welt ist in Ordnung
Die Stadt ist riesig und die Skyline wunderschön. Die Menschen sind sehr zuvorkommend und freundlich, vielleicht umso mehr, weil ich ein wenig Exot bin. Ich bemerke manchmal die neugierigen Blicke, zum Beispiel wenn wir essen gehen. Ich muss dann immer grinsen, ich finde das amüsant. Trotzdem hoffe ich, dass ich mich irgendwann so gut an meine Umgebung angepasst habe, dass mir nicht mehr so viele Menschen hinterherschauen.
Das Essen schmeckt köstlich, besonders gerne mag ich "Fried Chicken Asses". Das sind tatsächlich frittierte Hühnerhinterteile. Hört sich abstrus an, ist aber lecker! Dazu ein Glas Zuckerrohrsaft, und die Welt ist in Ordnung.
Auch Bubble Tea habe ich schon getrunken, es war das erste Getränk, das ich angeboten bekommen habe, denn Bubble Tea ist hier Nationalgetränk. Er schmeckt sehr natürlich, nicht so künstlich-süß wie in Deutschland, und ist eher unter dem Namen Pearl Milk Tea bekannt. Manchmal koche ich zusammen mit meinem jetzigen Gastvater. Dabei lerne ich viel, und es schmeckt unglaublich.
Ich bin gespannt, was wir in den nächsten Wochen noch in Taipeh unternehmen werden. Auf jeden Fall werden wir die sogenannten Night Markets besuchen. Nachts shoppen hat hier Tradition. An den Straßenständen kann man günstig alles bekommen, was man braucht. Dann werden wir natürlich auch in Museen gehen, um die Kultur besser kennenzulernen. Bis jetzt kann ich wirklich sagen: Ich bin glücklich hier.
Tim Hörster hat auch eine Facebook-Seite und freut sich über Nachrichten.
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