Aloha aus Hawaii, dem wohl schönsten Staat der USA. In Dallas, Texas stieg ich ins Flugzeug, in Honolulu wieder aus und landete in einer anderen Welt - ohne die Landesgrenze überschritten zu haben. Jetzt verstehe ich, warum viele Amerikaner ihr Heimatland niemals verlassen, so vielfältig wie das Land ist.
Ich bin diesmal nicht mit meiner Gastfamilie verreist, sondern mit rund hundert anderen europäischen Austauschschülern aus ganz Amerika. Wir verbrachten sieben Tage auf O'ahu, der drittgrößten Insel von Hawaii. Es war toll, mit Gleichaltrigen die Insel zu entdecken und Erfahrungen auszutauschen. Ich habe Austauschschüler aus ganz Europa kennengelernt und Freundschaften geknüpft, die sicher länger als nur diese Hawaiiwoche halten werden.
Schon am Flughafen hängte mir der Tourführer den traditionellen Blumenkranz um. Später übte ich ein wenig hawaiianisch: Aloha, das Zauberwort in Hawaii, bedeutet nicht nur "Hallo" und "Tschüss", sondern steht auch für Liebe und Zuneigung. Wann immer ich es gesagt habe, wurde ich freundlich begrüßt. Richtungen gibt es auf O'ahu nur zwei: "Mauka" in Richtung Berge und "Makai" in Richtung Ozean.
Schnorcheln, wandern, essen
Die Tage waren voll, wir haben viel gesehen. Natürlich besuchten wir Honolulu, eine emsige Großstadt, das hätte ich so nicht erwartet. Auch die vielen Hochhäuser überraschten mich, der dichte Verkehr und vor allem: die vielen asiatisch-aussehenden Hochzeitspärchen. Fast an jeder Straßenecke posierten sie vor der Kamera.
Wir besuchten Northshore, eine Surferstadt direkt am Strand mit vielen braungebrannten Surfern. Die Brandung schäumte und sie stürzten sich ziemlich furchtlos in die Wellen. Ich surfte auch, allerdings etwas weniger furchtlos. Schließlich stand ich bislang nur auf meinen Skiern in den Schweizer Bergen.
Der Strand von Waikiki war puderzuckerweiß, das Wasser warm und klar. Ich habe geschnorchelt und wunderschöne Regenbogenfische gesehen: Korallen und Schildkröten - aber auch Fische, die ich mir lieber nur hinter der Aquariumscheibe angeschaut hätte. Wasserschlangen und Kugelfische mit langen Schnurrhaaren kamen mir schon ein wenig zu nah.
Wir besuchten eine traditionelle Luau-Feier der hawaiianischen Urbevölkerung und genossen die lokalen Delikatessen, Coconot Shrimps beispielsweise sind sehr empfehlenswert. Ich aß die leckersten Ananas meines Lebens, auch der hawaiianische Kaffee ist nicht zu verachten, und der Zucker für den Kaffee wächst direkt auf dem Nachbarfeld. Insgesamt bin ich so viel gelaufen wie in meinem ganzen Austauschjahr in Texas nicht: So erklommen wir auch den Diamond Head, das Wahrzeichen von Waikiki und Honolulu. Die Aussicht war atemberaubend!
Kurzum: Hawaii ist ein Paradies. Jedenfalls für die Touristen. Denn mich hat auch erschreckt, wie schlecht es den Einheimischen zum Teil geht. Am Straßenrand sitzen viele Bettler, was ich aus Texas kaum kenne. Denn die Lebenskosten sind hoch, gleichzeitig verdienen die Hawaiiner oft wenig und können sich zum Teil nur mit mehreren Jobs über Wasser halten.
Fest steht, dass das nicht mein letzter Besuch auf Hawaii war. Und bis zum nächsten Mal müssen die vielen Erinnerungsfotos und die Souvenirs ausreichen.
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