Austausch-Log-Zwischenstopp: Geh weg, Wasserschlange

Anna in den USA: Aloha Hawaii! Fotos
Anna Sophia Burch

Ein puderzuckerweißer Strand, warmes Wasser mit bunten Fischen: Anna Sophia Burch flog von Texas aus zu einem Austauschschülertreffen auf Hawaii. Von gruseligen Wassertieren abgesehen ist sie sich sicher: Das ist das Paradies - jedenfalls für Touristen.

Aloha aus Hawaii, dem wohl schönsten Staat der USA. In Dallas, Texas stieg ich ins Flugzeug, in Honolulu wieder aus und landete in einer anderen Welt - ohne die Landesgrenze überschritten zu haben. Jetzt verstehe ich, warum viele Amerikaner ihr Heimatland niemals verlassen, so vielfältig wie das Land ist.

Ich bin diesmal nicht mit meiner Gastfamilie verreist, sondern mit rund hundert anderen europäischen Austauschschülern aus ganz Amerika. Wir verbrachten sieben Tage auf O'ahu, der drittgrößten Insel von Hawaii. Es war toll, mit Gleichaltrigen die Insel zu entdecken und Erfahrungen auszutauschen. Ich habe Austauschschüler aus ganz Europa kennengelernt und Freundschaften geknüpft, die sicher länger als nur diese Hawaiiwoche halten werden.

Schon am Flughafen hängte mir der Tourführer den traditionellen Blumenkranz um. Später übte ich ein wenig hawaiianisch: Aloha, das Zauberwort in Hawaii, bedeutet nicht nur "Hallo" und "Tschüss", sondern steht auch für Liebe und Zuneigung. Wann immer ich es gesagt habe, wurde ich freundlich begrüßt. Richtungen gibt es auf O'ahu nur zwei: "Mauka" in Richtung Berge und "Makai" in Richtung Ozean.

Schnorcheln, wandern, essen

Die Tage waren voll, wir haben viel gesehen. Natürlich besuchten wir Honolulu, eine emsige Großstadt, das hätte ich so nicht erwartet. Auch die vielen Hochhäuser überraschten mich, der dichte Verkehr und vor allem: die vielen asiatisch-aussehenden Hochzeitspärchen. Fast an jeder Straßenecke posierten sie vor der Kamera.

Wir besuchten Northshore, eine Surferstadt direkt am Strand mit vielen braungebrannten Surfern. Die Brandung schäumte und sie stürzten sich ziemlich furchtlos in die Wellen. Ich surfte auch, allerdings etwas weniger furchtlos. Schließlich stand ich bislang nur auf meinen Skiern in den Schweizer Bergen.

Der Strand von Waikiki war puderzuckerweiß, das Wasser warm und klar. Ich habe geschnorchelt und wunderschöne Regenbogenfische gesehen: Korallen und Schildkröten - aber auch Fische, die ich mir lieber nur hinter der Aquariumscheibe angeschaut hätte. Wasserschlangen und Kugelfische mit langen Schnurrhaaren kamen mir schon ein wenig zu nah.

Wir besuchten eine traditionelle Luau-Feier der hawaiianischen Urbevölkerung und genossen die lokalen Delikatessen, Coconot Shrimps beispielsweise sind sehr empfehlenswert. Ich aß die leckersten Ananas meines Lebens, auch der hawaiianische Kaffee ist nicht zu verachten, und der Zucker für den Kaffee wächst direkt auf dem Nachbarfeld. Insgesamt bin ich so viel gelaufen wie in meinem ganzen Austauschjahr in Texas nicht: So erklommen wir auch den Diamond Head, das Wahrzeichen von Waikiki und Honolulu. Die Aussicht war atemberaubend!

Kurzum: Hawaii ist ein Paradies. Jedenfalls für die Touristen. Denn mich hat auch erschreckt, wie schlecht es den Einheimischen zum Teil geht. Am Straßenrand sitzen viele Bettler, was ich aus Texas kaum kenne. Denn die Lebenskosten sind hoch, gleichzeitig verdienen die Hawaiiner oft wenig und können sich zum Teil nur mit mehreren Jobs über Wasser halten.

Fest steht, dass das nicht mein letzter Besuch auf Hawaii war. Und bis zum nächsten Mal müssen die vielen Erinnerungsfotos und die Souvenirs ausreichen.

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1.
k70-ingo 25.03.2013
Unwiederbringliche Erfahrungen hast Du gemacht Anna Sophia. Sei froh darüber! Sowas vergißt man nicht, auch nicht nach Jahrzehnten. Mein Schüleraustausch nach Kanada dauerte nur einen Monat und ist schon 25 Jahre her, aber noch heute denke ich oft daran. Der Kontakt zu meinem Austauschfreund hält immer noch. Auch er hat seine Erinnerungen behalten und zehrt heute noch davon. Nichts geht darüber, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und fremde Länder, Menschen und Kulturen kennenzulernen, zu erleben und echte eigene Erfahrungen zu machen. Lasse Dich nicht von den Nörglern und Neidern irritieren, die hier sicher unter irgendwelchen Steinen hervorkrauchen werden. Sie kennen es halt nicht anders.
2. Es gibt auf Hawaii
Hank Hill 26.03.2013
keine Art von Krawalltourismus wie man ihn auf Mallorca oder den Kanaren sieht. Dafuer ist ein Trip auf diese Inseln einfach zu teuer. Weit und breit keine besoffenen Kegelclubs oder Vereine. Man kann auch gut von Insel zu Insel fliegen. Wer Ruhe und traumhafte Landschaften sucht ist hier richtig.
3. Mallorca der Amis
herr minister 26.03.2013
Zitat von k70-ingoUnwiederbringliche Erfahrungen hast Du gemacht Anna Sophia. Sei froh darüber! Sowas vergißt man nicht, auch nicht nach Jahrzehnten. Mein Schüleraustausch nach Kanada dauerte nur einen Monat und ist schon 25 Jahre her, aber noch heute denke ich oft daran. Der Kontakt zu meinem Austauschfreund hält immer noch. Auch er hat seine Erinnerungen behalten und zehrt heute noch davon. Nichts geht darüber, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und fremde Länder, Menschen und Kulturen kennenzulernen, zu erleben und echte eigene Erfahrungen zu machen. Lasse Dich nicht von den Nörglern und Neidern irritieren, die hier sicher unter irgendwelchen Steinen hervorkrauchen werden. Sie kennen es halt nicht anders.
Genau, hier kommt der erste Nörgler. Liebe Anna, ich hoffe, Du wirst in Deinem Leben noch in andere Regionen der Welt kommen. Hawaii ist leider nichts als das Mallorca für Amis, die mal in der Südsee urlauben wollen aber um Himmels Willen nicht dafür ins Ausland fahren müssen. Man will schliesslich sein Budweiser und seine Fastfood Ketten nicht missen, so sieht es dann dort auch aus, vollgebaut mit Beton-Bettenburgen und dem üblichen Klientel von saufenden Surfern und fetten Prolls aus Chicago. Keine Frage, die USA ist ein tolles Land, tolle Leute und eine extrem spannende und unterschiedliche Landschaft. Nur ist eben nicht alles Gold, was glänzt. Wenn man als 17-jährige aus einem schweizer Dorf am Strand von Maui steht, ist man evtl. noch geplättet, da verbringt man wahrscheinlich sogar auch einen lustigen Abend im Ballermann aber schreiben muss man darüber dann net unbedingt.
4. Herr Minister,
Hank Hill 26.03.2013
ich war in Lihue auf Kauai, Lahaina auf Maui, Hilo auf Big Island und Honolulu auf Oahu. Sicher, Honolulu hat Bettenburgen und Bars, nur mit Mallorca und dem Ballermann ist das nicht zu vergleichen. Und von Fastfood muss man sich auch nicht ernaehren, dafuer gibt es ueberall Restaurants in jeder Preisklasse. Ich vermute Ihre Wahrnehmung ist stark eingeschraenkt, oder Sie waren wirklich nur in Kneipen auf Honolulu. Und in Honolulu sieht man natuerlich auch Amerikaner welche die Nacht zum Tage machen, allerdings an unsere fetten Proleten mit der BILD unter dem Arm und an den restlichen white European trash, der mittlels Billigflug sich in Suedeuropa verlustiert kommen die nicht heran. LOL
5. Schüleraustausch: schlechte Erfahrungen mit Stepin
prosaschmidt 08.04.2013
Bei uns endete ein Schüleraustauschjahr für 2012/2013 mit dem vorzeitigen Abbruch. Grund war die inkompetente Betreuung vor Ort und die fehlende Unterstützung durch Stepin. Zusagen des Betreuers im Gastland wurden nicht umgesetzt, Termine nicht eingehalten und nach viermaligem Wechsel der Gastfamilie hatte ich die Nase voll. Vermutlich nimmt Stepin mehr Gastschüler, als überhaupt gute Gastfamilien zu finden sind. Schon die Vertragsgestaltung war merkwürdig. Nach dem allgemeinen Vertrag, mit dem man sich an Stepin gebunden hat, wurden weitere Regeln zur Unterschrift vorgelegt: "kein Anspruch auf Wechsel der Gastfamilie", "jede Gastfamilie ist zu akzeptieren". Ausserdem hat mich der Betreuer vor damit unter Druck gesetzt, dass er mich "jederzeit zurückschicken könne".
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