Im US-Bundesstaat in Pennsylvania wurde ein fünfjähriges Mädchen vom Kindergarten suspendiert, weil sie angeblich eine "terroristische Gefahr" darstelle. Wie das sein kann? Sie soll eine Hello-Kitty-Pistole besitzen. Wer den Abzug drückt, schießt mit Seifenblasen.
Das Mädchen habe an dem Tag auf den Bus gewartet, sagte der Anwalt der Familie der amerikanischen Zeitung "Daily News". Dann habe es von ihrer pinken Spielzeugwaffe mit Seifenfüllung geredet und zu einem Freund gesagt: "Ich werde dich erschießen, und ich werde mich selbst erschießen, und wir werden alle zusammen spielen."
Amokläufe und Schießereien in Schulen, sogenannte School Shootings, erschüttern Amerika immer wieder - zuletzt bei dem Schulattentat von Newtown mit 28 Toten, darunter 20 Grundschüler. Der Amoklauf hatte erneut eine scharfe Debatte um das liberale Waffenrecht in den USA ausgelöst, US-Präsident Barack Obama will die Gesetze verschärfen.
Gute drei Wochen nach der nationalen Tragödie von Newtown hörte nun offenbar ein Erwachsener am 10. Januar das Kind an der Bushaltestelle über ihre Spielzeugwaffe plaudern - und meldete der Mount Carmel Area Elementary School, zu der auch ein Kindergarten gehört, die vermeintliche Todesdrohung. Die Schule nannte den Vorfall später eine "terroristische Gefahr".
Eltern verlangen eine Entschuldigung
Das Mädchen habe anschließend in der Schule ihre Tasche und ihre Jacke vorzeigen müssen, berichtet der Anwalt. Eine Waffe wurde nicht gefunden. Am nächsten Tag sollen Beamte des Bezirks das Kind verhört haben - ohne dass die Eltern davon wussten, berichtet der Fernsehsender Wnep-TV auf seiner Internetseite. Letztlich wurde das Mädchen für zehn Tage vom Kindergarten suspendiert. Weil ein Psychologe das Kind für ungefährlich hielt, reduzierte der Bezirk anschließend die Strafe auf wenige Tage.
Die Eltern monieren, ihre Tochter habe jetzt einen negativen Eintrag in ihrer Akte, der müsse verschwinden, fordern sie und erwägen, Klage einzureichen. Außerdem erwarteten sie eine Entschuldigung, berichtet der Anwalt.
Doch die Schule hält sich bislang zurück. In einem Statement teilte der Schulbezirk mit, zu den Details dürften sie sich nicht äußern, aber: "Wir sind überzeugt, dass viele Informationen, mit denen die Medien beliefert wurden, nicht mit den Fakten übereinstimmen." Sie hätten den Fall untersucht, würden das auch weiterhin tun.
Die Mutter habe inzwischen versucht, ihre Tochter an einer anderen Schule anzumelden, sagte der Familienanwalt dem Sender ABC News. Die Schule habe abgelehnt - aufgrund der negativen Notiz in der Akte des Mädchens.
fln
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