Australischer Direktor unter Feuerteufel-Verdacht: Hurra, hurra, die Schule brennt

School of the Air (Archivbild): Im australischen Outback lernen Schüler zu Hause Zur Großansicht
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School of the Air (Archivbild): Im australischen Outback lernen Schüler zu Hause

Erst soll er seine eigene Schule beklaut und sie dann mehrfach angezündet haben: In Australien muss sich ein 50-jähriger Direktor vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft glaubt: Der mutmaßliche Feuerteufel wollte Spuren verwischen.

Zum ersten Mal brannte die Schule im Jahr 2006. Zweimal gleich, binnen weniger Wochen. Die Meekatharra School of the Air nahe der Stadt Perth in Westaustralien zog daraufhin in ein neues Gebäude. Kaum bezogen, brannte 2008 auch dieses.

Ein Zufall? Nein, sagt die Anklage. Vor Gericht muss sich jetzt der 50-jährige Direktor der Schule verantworten. Ihm wird dreimalige Brandstiftung und Diebstahl sowie Betrug vorgeworfen. Der Schulleiter habe die Feuer gelegt, um die Diebstähle zu vertuschen. Bei den Bränden wurden Finanzunterlagen vernichtet, erklärten die Staatsanwälte. "Er wollte seine Spuren verwischen."

Den Online-Medien The Australian und The West Australien zufolge fanden Ermittler in seinem Haus unter anderem Bargeld, einen iPod, zwei Kameras, zwei Laptops, einen Fernseher, ein Telefon und Küchengegenstände, die der Schule gehört haben sollen.

Der Schuldirektor weist die Vorwürfe zurück: Er habe die Gegenstände zu Hause aufbewahrt, um sie für eine Schulveranstaltung zu nutzen. Die Brände habe er auch nicht gelegt. Der Angeklagte soll sich außerdem mehrfach des Diebstahls und des Betruges schuldig gemacht haben. Unter anderem ging es dabei um gestohlenes Bargeld, Computer und falsche Spesenabrechnungen.

Die Schüler sind von den Bränden derweil nicht so stark betroffen: Die School of the Air unterrichtet Schüler in dünn besiedelten Gebieten Australiens über Kurzwellenfunk, Internet und mit zugesandten Materialien. Die Kinder lernen mit der Anleitung aus der Ferne in ihrem elterlichen Zuhause.

lgr/dpa

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