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Sorge um den Dialekt: Bayerisch in die Klassenzimmer!

Schüler in bayerischer Volksschule: Was ist ein "Haderlump", was ein "Hallodri"? Zur Großansicht
DPA

Schüler in bayerischer Volksschule: Was ist ein "Haderlump", was ein "Hallodri"?

"Hallo" statt "Servus", "Fiesling" statt "Bazi": Bayerns Lehrer fürchten um den Dialekt im Freistaat. Ihr Verband fordert, dass in Grundschulen mehr Bayerisch gesprochen wird. Das soll die Kinder klüger machen.

Wer beim Bäcker in München Brötchen bestellt, kann sich auf gespieltes Unverständnis des Verkäufers einstellen und den unwirschen Hinweis, dass das hier Semmel heißt. Die bayerische Mundart bedroht? Ein gelegentlicher Besucher des Freistaats würde auf diese Idee kaum kommen.

Anders der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV): Er sorgt sich um den Dialekt. Häufig würde er diskriminiert oder stigmatisiert, beklagt der BLLV-Vorsitzende Klaus Wenzel. "Das Vorurteil, Mundart behindere die Sprach- und Lernfähigkeit Heranwachsender, sollte schnellstens abgebaut werden", sagt er.

Das Gegenteil sei richtig: In der Bildungsdiskussion herrsche längst Einigkeit darüber, dass Mehrsprachigkeit - also das Erlernen von Dialekt und Hochsprache - die sprachliche, kognitive und auch die soziale Entwicklung von Kindern positiv beeinflusse. Wenzel fordert deshalb, den Dialekt stärker in Schulen zu unterrichten.

Ratespiel für "reichhaltiges Wortinventar"

Damit Bayerisch in den Klassenzimmern ankommt, hat sich der Lehrerverband mit dem "Förderverein Bairische Sprache und Dialekte" (FBSD) zusammengetan. "Je unbefangener und häufiger Kinder Mundart reden dürfen oder an sie herangeführt werden, desto reichhaltiger wird das Wortinventar und die Vorstellungskraft des Kindes", erklärte dessen Vorsitzender Horst Münzinger. Ob neben der Schriftsprache auch Mundart gesprochen werde, hänge also auch von der Einstellung des Personals in den Kindergärten und von den Lehrkräften an den Grundschulen ab.

Im Berchtesgadener Land hat der FBSD kürzlich das Wörter-Ratespiel "Woaßt as?" an alle Grundschulen verschickt. Damit sollen Schüler im Unterricht den Dialekt spielerisch einüben. Künftig will der Dialektverband weiteres Lernmaterial erstellen, diesmal für alle Schulen.

ade

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insgesamt 166 Beiträge
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1. Herzlichen Dank für diesen Artikel!
suedfrucht 07.11.2014
Endlich nimmt sich jemand in den Medien dieses Themas an. Mir dreht es sich schon seit Jahren den Magen um, wenn ich (hier im Schwäbischen, wo es sicherlich noch schlimmer ist mit der Dialektverdrängung) mitbekomme, wie Muttis und Omis sich einen abwürgen, um ja Hochdeutsch mit ihren Kindern und Enkeln zu sprechen. Dabei jedoch sprechen sie eine derart künstliche Sprache mit ihren Kindern, dass ich mich frage, ob dies wirklich so günstig ist für die Entwicklung eines Kindes. Außer dass ihre Kinder keinen Dialekt mehr lernen, werden sie auch von ihren kulturellen Wurzeln abgeschnitten und vom Reichtum eines dialektalen Wortschatzes. Ferner hat mich vor Jahren schon ein Kind angesprochen, ich könne ja gar nicht aus Deutschland sein, denn mein Deutsch sei ja so komisch. Das hat mich sehr traurig gemacht, denn mein Dialekt ist meine Muttersprache und wie komisch wird es sein, wenn es in zwanzig Jahren vielleicht kaum noch jemand gibt, mit dem ich diese Sprache sprechen kann... Ich würde mir wünschen, dass die Bevölkerung Dialekt als Chance zur Zweisprachigkeit begreifen und aufhören würde, ihn mit allen Mitteln zu bekämpfen. Ich wünsche dem bairischen Mundartverein nur das Beste für seine Arbeit!
2. Dann aber für ALLE Dialekte!
Emmi 07.11.2014
Es gibt neben dem Bayrischen noch andere schöne Dialekte in Deutschland, die erhalten werden müssen! Allen voran das wunderschöne Sächsisch!
3. Fränkisch!
mamaleone 07.11.2014
Ich stamme aus Oberfranken und lebe berufsbedingt in Oberbayern. Ich möchte nicht, dass meine Kinder in der Schule den bayerischen Dialekt lernen (müssen), aber Fränkisch dürfen die Schulen gerne einführen. #Nonsensdiskussion
4. Jeder Dialekt
gaeltacht 07.11.2014
ist etwas besonderes und sollte nicht einfach verschwinden. Wie langweilig ist es wenn auch in unserer Sprache nur noch eine Uniformität herrschen würde.
5.
cincinna 07.11.2014
Bairisch heißt der Dialekt, bairisch! Mit i und ohne e.
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