Cybersex mit Schülerin: Lehrer darf nicht mehr unterrichten

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Kind am Rechner (Archivbild): Was tun, wenn Lehrer "Freunde" sind?

Ein Lehrer hatte über Monate mit einer 16-jährigen Schülerin im Internet Anzüglichkeiten ausgetauscht. Als der 40-Jährige schließlich um Sex bat, wandte sich das Mädchen an die Schulleitung.

Ein Lehrer aus Nordrhein-Westfalen darf nicht mehr unterrichten, weil er eine 16-jährige Schülerin in einem sozialen Netzwerk um Sex gebeten hat. Das Verwaltungsgericht Aachen bestätigte in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss ein Unterrichtsverbot gegen den 40-jährigen Mann. Der Lehrer hatte demnach über Monate in sozialen Netzwerken privaten Kontakt mit der Jugendlichen und bat sie dabei schließlich um Sex (Aktenzeichen 1 L 251/13).

Die Schülerin offenbarte sich nach Angaben des Gerichts schließlich der Schulleitung, woraufhin die Bezirksregierung Köln das Unterrichtsverbot aussprach und die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis ankündigte. Der Lehrer wollte dies nun vor Gericht verhindern.

Der 40-Jährige habe das Unterrichtsverbot und die wahrscheinlich folgende Entlassung als unverhältnismäßig angesehen, da es keine körperlichen sexuellen Kontakte mit der Schülerin gegeben habe, erklärte das Verwaltungsgericht. Die Richter entschieden aber, "dass bereits die verbalen sexuellen Kontakte zu einer seiner Schülerinnen eine weitere Unterrichtstätigkeit des Lehrers nicht zuließen". Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.


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insgesamt 37 Beiträge
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1. Zurecht!
ch@rybdis 03.07.2013
Ein wahrlich erfreuliches Urteil! Lehrer sollten zu Schülern zwar ein vertrautes Verhältnis haben, aber private Kontakte gehen dann doch zu weit. Man mag sich jetzt darüber streiten, ob es überhaupt angemessen ist, dass Lehrer in sozialen Netzwerken Kontakt zu ihren Schülern haben, aber das ist ja auch nicht Bestandteil dieser Berichterstattung ...
2. Und die Schülerin?
AlexBauer1981 03.07.2013
Zumindest sollte man auch dieser Schülerin, die es immerhin auch zugelassen hat, dass dieser "Kontakt" solange und auch noch auf dieser Ebene stattfand, mal gehörig den Kopf waschen. Die kann mir nicht erzählen, dass sie mit 16 Jahren nicht wusste, was sie tat. Evtl. lag hier auch pure Berechnung zugrunde. Nur zur Klarstellung, ich möchte das Verhalten des Lehrers nicht gutheißen, aber auch in diesem Fall gehör(t)en zwei dazu.
3. optional
meinmein 03.07.2013
Allein für die Dummheit, über facebook oder andere "soziale" Netzwerke Anzüglichkeiten auszutauschen und dann noch mit Minderjährigen, muss ein Berufsverbot verhängt werden. Doofe haben wir genug, die müssen nicht auch noch Lehrer sein.
4. @2
Ken Keeler 03.07.2013
Was hat denn das Verhalten der Schülerin mit dem Fehltritt des Lehrers zu tun? Selbst bei Provokation seitens der Schülerin ist es dem Lehrer doch wohl zuzumuten, sich zurückzuhalten.
5. Immer diese Schockierten
dieteroffergeld 03.07.2013
In jeder Bevölkerungsgruppe und Berufssparte gibt es diese kruden Typen. Ich frag mich halt schon, wie übersichtlich gestrickt jemand sein muss, der in den sogenannten "sozialen" Netzen unterwegs ist und u.a. dort Kontakt mit Minderjährigen pflegt. Und dass Lehrer und/oder Lehrerinnen dies zunehmend pflegen, na ja eigentlich erübrigt sich da jeder Hinweis oder Gedanke. Nun nicht jeder ist für den Zölibat oder den Bankberuf geeignet. Und gleiches gilt für Pädagogen und Lehrer.
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