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Nach E-Mail-Protest: McDonald's fliegt aus Schulprojekt

Pommes und Burger: Ein geeignetes Essen für den Schulkiosk? Zur Großansicht
DPA

Pommes und Burger: Ein geeignetes Essen für den Schulkiosk?

Kinder sollen in der Schule mehr über gesundes Essen, Konsum und fairen Handel lernen. Doch muss das ausgerechnet von McDonald's finanziert werden? 37.000 Bürger machten ihrem Ärger per E-Mail Luft - und hatten Erfolg.

Sie lieben es nicht mehr: Dass McDonald's in Schulen Bildungsprojekte fördern soll, geht Zehntausenden von Bürgern zu weit. Nun hat die Stiftung Verbraucherschutz ihrem Sponsor gekündigt. Er wird nun nicht mehr Teil des Bündnisses für Verbraucherbildung sein, das Themen wie Ernährung, Medienkompetenz, Klima, Konsum und Finanzen an Schulen stärken will.

Das Bündnis will diese Themen an ausgesuchten Partnerschulen in den Lehrplänen, aber auch im Schulalltag verankern. Schüler sollen gesunde Lebensführung erlernen, Marktchecks durchführen, die Schulen Fair-Trade-Produkte für die Kioske erhalten.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte mit einer E-Mail-Aktion dagegen protestiert, dass Unternehmen wie McDonald's, aber auch Edeka, Metro oder die Deutsche Telekom das Bildungsprojekt unterstützen. Mehr als 37.000 Bürgern ging das Engagement der Burger-Kette zu weit. "Nach einer Weiterentwicklung gehört McDonald's nicht mehr dazu", verkündete nun Lukas Siebenkotten, Vorstandsvorsitzender des Bildungsbündnisses.

Foodwatch: "Das ist naiv"

Ein McDonald's-Sprecher zeigte sich über die Kündigung der Zusammenarbeit "äußerst irritiert". Sie sei "ohne tatsächliche Nennung von Beweggründen und ohne ein persönliches Gespräch" erfolgt. Das Vorgehen sei "umso unverständlicher, als dass es die Stiftung selbst war, die uns zur Mitarbeit im Bündnis für Verbraucherbildung eingeladen hat", erklärte der Sprecher.

Träger der Stiftung Verbraucherschutz und damit des Bündnisses für Verbraucherbildung ist der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Laut der Leitlinien des Schulprojekts ist vorgesehen, dass die Verbraucherzentralen der Bundesländer gemeinsam mit den Kultusministerien Konzepte entwickeln, wie die einzelnen Projektschulen das Thema Verbraucherbildung umsetzen können. Diese Projekte werden aus einem länderübergreifenden Fonds finanziert, in den 39 Partner einzahlen: Wohlfahrtsverbände und Verbraucherzentralen, aber auch Unternehmen wie Edeka, Rewe, Telekom, Tchibo, Metro und Commerzbank. Ein Stiftungsvorstand entscheidet über die Auswahl der Projekte. Die Unternehmen sollen jedoch nicht direkt an den Bildungsangeboten in den Schulen beteiligt werden.

"Es ist naiv, anzunehmen, dass sich die Unternehmen von ihrem Engagement nichts für sich selbst versprechen", teilte hingegen Foodwatch auf seiner Webseite mit. "Die Stiftung sollte Bildungsarbeit grundsätzlich nicht von Unternehmen sponsern lassen." Diese engagierten sich gezielt, um in ihrem eigenen Geschäftsfeld nichts ändern zu müssen und etwa ungesunde Lebensmittel weiter aggressiv bewerben zu können."

cpa/afp

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