Von Ulla Reinhard
Ist doch sehr schön hier, sagen sich jedes Jahr Hunderttausende Touristen und bestaunen Wismars Gassen, Kirchen und den alten Hafen. Zu schön, um wahr zu sein, sagt jetzt die Bertelsmann Stiftung.
Sie wollte wissen, wie gut es sich in dem Land, das so gern eine Bildungsrepublik wäre, tatsächlich lernen lässt. Dafür hat sie Deutschland neu vermessen: Sie zerlegte es in 412 Kreise und kreisfreie Städte, fand geeignete Kennzahlen und überarbeitete mehrmals das Berechnungsmodell. Das Ergebnis jahrelanger Arbeit: der "Deutsche Lernatlas 2011".
In der Studie, die der SPIEGEL exklusiv veröffentlichte, betrachten die Experten nicht nur das Lernen in Schulen, Hochschulen oder Betrieben, sondern auch das persönliche und soziale Engagement der Bürger. Sie haben dafür keine eigenen Erhebungen und Umfragen durchgeführt, sondern sich auf vorhandenes Datenmaterial gestützt. Insgesamt flossen 38 unterschiedlich gewichtete Lern- und Bildungskennzahlen in die Berechnung ein.
So sezieren die Forscher Landkreis für Landkreis und entlarven die Lüge von gleichen Lebens- und Lernbedingungen in Deutschland. Denn selbst die schlechtesten Landkreise im Süden schlagen immer noch die besten im Norden. Dementsprechend fällt auch das Gesamtergebnis aus: An keinem zweiten Ort in Deutschland fand die Studie schlechtere Bedingungen fürs ganzheitliche Lernen als in Wismar, an keinem so gute Voraussetzungen wie im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart.
Lesen Sie hier vom Bildungsparadies Main-Spessart und der Bildungswüste Wismar.
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