Bundesweite Bildungsstudie: So klug ist Ihr Landkreis

Eine Bildungsstudie zerlegt Deutschland in 412 Regionen - und offenbart: Das Land ist von gleichen Lernbedingungen weit entfernt. Grafiken zeigen für Landkreise und Städte, wie die Bürger dort in Schule, Beruf und Leben lernen. Für den Norden der Republik sind die Ergebnisse ein Debakel.

In der Bildungsrepublik Deutschland herrschen italienische Verhältnisse: Der Süden und der Norden klaffen auseinander. Das zeigt eine Studie der Bertelsmann Stiftung, die das Land neu vermessen hat. "Die schlechtesten Landkreise und kreisfreien Städte in Baden-Württemberg und Bayern", bilanziert die Stiftung, sind "immer noch besser als die besten Regionen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern". Aus den Ergebnissen entstand eine Deutschlandkarte der Bildung, die SPIEGEL ONLINE erstmals interaktiv und nach Lernbereichen aufgegliedert zeigt.

Jahrelang arbeiteten die Experten an dem "Deutschen Lernatlas 2011", den der SPIEGEL exklusiv veröffentlichte. Sie betrachteten nicht nur, wie Schüler, Studenten und Mitarbeiter in Schulen, Hochschulen und Betrieben lernen, sondern untersuchten auch ihr persönliches und soziales Engagement. Daraus ergeben sich vier Bereiche, die auch schon die Unesco in ihrem Bericht zur "Bildung für das 21. Jahrhundert" so benannt hat: das schulische, das berufliche, das soziale und das persönliche Lernen.

Die Stiftung berücksichtigte bei der Berechnung 38 unterschiedlich gewichtete Lern- und Bildungskennzahlen. Dazu gehörten Antworten auf folgende Fragen: Wie viele Schüler wiederholen in der Region eine Klasse? Wie viele verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss? Wie viele nehmen an beruflichen Weiterbildungen teil? Wie viele engagieren sich bei der Freiwilligen Feuerwehr? In der Altenpflege? Der Jugendarbeit? Und wie viele Besucher haben die Theater der Region? All diese Fragen hat die Bertelsmann Stiftung nicht neu gestellt, sondern sich auf vorhandene Erhebungen und Umfragen gestützt.

Die Forscher zerlegten mit der Studie das Land in 412 Kreise und kreisfreie Städte und zeichnen so ein differenzierteres Bild der einzelnen Regionen, als es etwa ein Pisa-Bundesländervergleich erlaubt. Ein Blick auf die Grafik reicht, um die gewaltigen Unterschiede zwischen den Regionen zu erkennen.

Sehen Sie in den detaillierten Karten, wie schlau Ihr Landkreis ist:

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insgesamt 155 Beiträge
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1. Hmmmm...
Omi 23.11.2011
Zitat von sysopEine Bildungsstudie zerlegt Deutschland in 412 Regionen - und offenbart: Das Land ist von gleichen Lebens- und Lernbedingungen weit entfernt. Grafiken zeigen für jeden Landkreis, wie die Bürger dort in*Schule, Beruf und Leben lernen.*Für den Norden der Republik sind die Ergebnisse ein Debakel. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,799330,00.html
Die bösen, bösen Bayern - schneiden sie doch am besten ab - und das auch noch ohne Gesamtschulen und Hätschel und Tätschel - wie kommt das nur?
2. klug?
Wavebreaker26 23.11.2011
Ihr Artikel suggeriert, dass im Süden die intelligenteren Menschen leben. Lernbedingungen kann man nicht mit klug oder nicht klug gleichsetzen. Schämen Sie sich!
3. Nordlichter
mackeldei 23.11.2011
Zitat von sysopEine Bildungsstudie zerlegt Deutschland in 412 Regionen - und offenbart: Das Land ist von gleichen Lebens- und Lernbedingungen weit entfernt. Grafiken zeigen für jeden Landkreis, wie die Bürger dort in*Schule, Beruf und Leben lernen.*Für den Norden der Republik sind die Ergebnisse ein Debakel. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,799330,00.html
Wie schon F.J. Srauss sagte :"Nordlichter"! Große Klappe und nichts dahinter. Beim Länderfinanzausgleich müssen wir sie auch durchfüttern. Kann aber bald anders werden. In Baden -Württemberg regiert seit kurzem Grün- Rot.
4. lustige Karte
Hamberliner 23.11.2011
Zitat von sysopEine Bildungsstudie zerlegt Deutschland in 412 Regionen - und offenbart: Das Land ist von gleichen Lebens- und Lernbedingungen weit entfernt. Grafiken zeigen für jeden Landkreis, wie die Bürger dort in*Schule, Beruf und Leben lernen.*Für den Norden der Republik sind die Ergebnisse ein Debakel. http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,799330,00.html
Die Karte im Detail zu betrachten ist schon amüsant: Wer sich zu einer Stadt, die er einigermaßen kennt, überzeugen möchte, dass die Leute da noch viel blöder sind als die ganzen Bauern drum herum (viel heller als die Umgebung in der Karte), braucht nicht lange zu suchen. Geographisch konkreter möchte ich nicht werden :-)
5. Korrelation mit der Politik?
duk2500 23.11.2011
Die drei Spitzenreiter Bayern, Sachsen und bis vor kurzem Baden-Württemberg werden alle konservativ regiert. Die fünf Schlußlichter Sachsen-Anhalt, Berlin, Bremen, Brandenburg und MeckPom von den Sozialdemokraten.
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"Deutsche Lernatlas 2011"
Das Vorgehen
Der "Deutsche Lernatlas 2011" zerlegt die Bundesrepublik in 412 Kreise und kreisfreie Städte. Die Experten der Bertelsmann Stiftung haben dafür mehrere Jahre nach geeigneten Zahlen gesucht und das Berechnungsmodell mehrmals überarbeitet. Im SPIEGEL werden die Ergebnisse erstmals vorgestellt.

Die Kriterien des Lernatlases stützen sich auf einen Bericht der Unesco zur "Bildung für das 21. Jahrhundert". Darin werden vier Bereiche des Lernens benannt: das schulische, das berufliche, das soziale und das persönliche Lernen. Aus vorhandenen Daten hat die Bertelsmann Stiftung 38 unterschiedlich gewichtete Lern- und Bildungskennzahlen genutzt und so den Regionen ihren Platz zugewiesen.

Das schulische Lernen
Wie haben die Schüler in der Region bei Pisa abgeschnitten? Wie viele wiederholen eine Klasse? Wie viele verlassen die Schule ohne Abschluss? Wie ist das Studienplatzangebot in der Region? Diese und andere Fragen wurden in der Kategorie schulisches Lernen berücksichtigt.

Es geht also darum, wie Kinder und Jugendliche in der Schule lernen und wie das Bildungsniveau von jungen Menschen und Erwerbstätigen ist.

Das berufliche Lernen
In diesem Bereich geht es um die berufliche Aus- und Weiterbildung. Dafür wurde unter anderem einberechnet, wie viele junge Menschen in der Region keinen Ausbildungsplatz haben, wie viele Kurse zur beruflichen Weiterbildung die Volkshochschule durchgeführt hat und wie viele Beschäftigte an Supervision oder Coaching teilgenommen haben.
Das soziale Lernen
Zum lebenslangen Lernen gehört auch das soziale Miteinander. In diesem Bereich hat die Bertelsmann Stiftung geschaut, wie sich die Menschen in der Region an Wahlen beteiligen und wie sie engagieren - und zwar in verschiedenen Bereichen: in der Altenpflege beispielsweise, im Jugendzentrum, der Kirche und bei Parteien. Zudem wurde die Bereitschaft zur Knochenmarkspende einbezogen.
Das persönliche Lernen
Diese Lerndimension gibt Hinweise darauf, welche Lernmöglichkeiten es für die Einwohner einer Region zur persönlichen Weiterentwicklung gibt - und welche sie auch tatsächlich nutzen. Also: Wie viele Menschen besuchen ein Museum oder Theater? Wie werden Bibliotheken genutzt und wie viele Sportvereine gibt es?
Die Auswertung
Die 412 Kreise und Städte sind natürlich sehr unterschiedlich. So stehen beispielsweise 3,5 Millionen Berliner 49.000 Einwohnern des Landkreises Lüchow-Dannenberg gegenüber.

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