Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Rauswurf wegen Facebook-Eintrag: Arbeitgeber? Menschenschinder

War alles nur ein dummer Spaß? Auf Facebook nannte ein Auszubildender einer Bochumer IT-Firma seinen Arbeitgeber "Menschenschinder". Das Unternehmen setzte ihn deshalb vor die Tür. Jetzt entschied ein Gericht: Der Rauswurf war rechtens, der Mann hätte es besser wissen müssen.

Lästereien auf Facebook: Alles nur lustig gemeint Zur Großansicht
dapd

Lästereien auf Facebook: Alles nur lustig gemeint

Bochum - Vielleicht hätte er seine Privatsphäreeinstellungen noch einmal überprüfen sollen, bevor er sein öffentlich einsehbares Profil bestückte. Ein Auszubildender in Bochum verlor seine Lehrstelle, weil er auf Facebook seinen Arbeitgeber beleidigt hatte. Die im Juni erfolgte fristlose Kündigung war rechtens, entschied nun das Landesarbeitsgericht Hamm. Es gab dem Unternehmer aus Bochum recht, der den 27-Jährigen im Juni 2011 rausgeworfen hatte.

Der gefeuerte Auszubildende hatte zunächst vor dem Arbeitsgericht Bochum gegen seine Kündigung geklagt und sich dabei auf sein Recht auf freie Meinungsäußerung berufen. Die Äußerungen seien übertrieben und lustig gemeint gewesen. Er hatte in der Rubrik "Arbeitgeber" in seinem Facebook-Profil die Worte "Menschenschinder", "Ausbeuter" und "Leibeigener" eingetragen. Die Rubrik sei anfangs für alle Nutzer öffentlich einsehbar gewesen, sagte ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts in Hamm.

Das Bochumer Gericht hatte die Einträge des Azubis ebenso wie das Gericht in Hamm als beleidigend eingestuft. Es hatte jedoch darauf verwiesen, dass das gesamte Facebook-Profil auf eine unreife Persönlichkeit und mangelnde Ernsthaftigkeit schließen lasse. Daher hätte es der Arbeitgeber bei einer Abmahnung oder einem klärenden Gespräch belassen sollen.

Ex-Arbeitgeber erstellt Facebook-Profile im Kundenauftrag

Das sahen die Richter der höheren Instanz anders. Mit seinen damals 26 Jahren hätte der Mann genug Lebenserfahrung haben können, um die Folgen seines Handelns einschätzen zu können. Der Mann habe sein Studium abgebrochen und daraufhin eine Ausbildung zum "Mediengestalter Digital und Print" bei der Bochumer IT-Firma begonnen. Das Unternehmen verdient unter anderem Geld damit, dass es Facebook-Profile für seine Kunden erstellt.

Gegen das Urteil wurde keine Revision zugelassen. Gegen diese Entscheidung ist allerdings Beschwerde beim Bundesarbeitsgericht möglich. Die Aussichten auf Erfolg seien dabei aber gering, sagte der Gerichtssprecher.

Aktenzeichen: 3 Sa 644/12

son/dapd

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 47 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Tja bei dem Nachschub...
Koana 10.10.2012
Zitat von sysopdapdWar alles nur ein dummer Spaß? Auf Facebook nannte ein Auszubildender einer Bochumer IT-Firma seinen Arbeitgeber "Menschenschinder". Das Unternehmen setzte ihn deshalb vor die Tür. Jetzt entschied ein Gericht: Der Rauswurf war rechtens, der Mann hätte es besser wissen müssen. http://www.spiegel.de/schulspiegel/chef-beleidigt-auf-facebook-azubi-verliert-job-a-860595.html
... da sollte man keine Gefühle zeigen, sondern möglichst eine Schleimspur durch die WEB-Pfade legen. Suuppiiiii - heute war der Chef wieder genial klug, hat Probleme gelöst, die hätte ich in 10 Leben nicht auf die Reihe gekriegt - aber der Mann ist so toll drauf, der bringt uns das alles bei, der macht uns zu richtigen Superazubis. Na, vielleicht etwas zu dick aufgetragen - am besten die einschlägigen Ratgeber lesen.
2.
flaschenöffner 10.10.2012
Ist doch super, dass mit facebooks hilfe ein armer geknechteter Leibeigener jetzt an die wohlverdiente Freiheit gelangte. Im Ernst: wieder einer, der unnoetigerweise ueber dieses asoziale netzwerk gestolpert ist. Eine unendliche Geschichte, aber alle sind dabei.
3. Titel:"Menschenschinder"
kdshp 10.10.2012
Zitat von sysopdapdWar alles nur ein dummer Spaß? Auf Facebook nannte ein Auszubildender einer Bochumer IT-Firma seinen Arbeitgeber "Menschenschinder". Das Unternehmen setzte ihn deshalb vor die Tür. Jetzt entschied ein Gericht: Der Rauswurf war rechtens, der Mann hätte es besser wissen müssen. http://www.spiegel.de/schulspiegel/chef-beleidigt-auf-facebook-azubi-verliert-job-a-860595.html
Hallo, das bestätigt ja das was der mann da über die firma sagte. Ein guter chef hätte das so nicht gemacht und sich mit dem vorwurf und dem mitarbeiter besprochen.
4.
grana 10.10.2012
Zitat von sysopdapdWar alles nur ein dummer Spaß? Auf Facebook nannte ein Auszubildender einer Bochumer IT-Firma seinen Arbeitgeber "Menschenschinder". Das Unternehmen setzte ihn deshalb vor die Tür. Jetzt entschied ein Gericht: Der Rauswurf war rechtens, der Mann hätte es besser wissen müssen. http://www.spiegel.de/schulspiegel/chef-beleidigt-auf-facebook-azubi-verliert-job-a-860595.html
Der Azubi war bei Facebook, mit seinem tatsächlichen Namen und hat seine Meinung geäussert. Da finde ich insgesamt 3 Kündigungsgründe ;-)
5. Fakeprofile auf Facebook erstellen
wb99 10.10.2012
Ist das jetzt schon ein Lehrberuf?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Azubi-Löhne: Tops und Flops bei der Bezahlung

Alles, was Azubis Recht ist
Was muss der Ausbilder können?
Der Ausbilder muss in der jeweiligen Fachrichtung ausgebildet sein und über entsprechende Berufserfahrung verfügen. Das regeln die Paragrafen 29 und 30 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) , die Paragrafen 21 und folgende der Handwerksordnung (HwO) sowie das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) in Paragraf 25.
Wer bezahlt Material und Maschinen?
Der Arbeitgeber muss alle Arbeitsmaterialien bereitstellen, dazu gehören z.B. Kittel, Schutzkleidung, Sicherheitsschuhe, aber auch Fachbücher, Berichtshefte und Schreibmaterialien. Der Azubi ist verpflichtet, mit jedem Arbeitsgerät sorgsam umzugehen. (Paragraf 14 Abs. 1 Nr. 3 und Paragraf 13 Nr. 5 BBiG)
Ist die Arbeit wichtiger als die Berufsschule?
Nein, Berufsschulzeit ist Arbeitszeit. Der Betrieb muss einen für die Schule freistellen - und man muss hingehen. Auch für Betriebsbesichtigungen und ähnliches muss der Ausbildungsbetrieb den Azubi freistellen. Fängt der Unterricht um 9 Uhr an, muss man vorher nicht zur Arbeit, ab fünf Schulstunden täglich muss man auch danach nicht mehr in die Firma, es sei denn, man ist 18 Jahre oder älter. Die Arbeitszeit darf trotzdem nicht über die tariflich geregelte Arbeitszeit hinausgehen. Berufsschulstunden müssen nicht nachgearbeitet werden.
Was ist erlaubt - und was nicht?
Es sind nur Arbeiten erlaubt, die mit dem Ausbildungszweck zu tun haben und die eigenen körperlichen Kräfte nicht übersteigen. Nicht gestattet sind private Aufträge durch den Chef (Auto waschen, Einkaufen, usw.), Urlaubs- und Krankheitsvertretung für Kollegen, Putzen (außer am eigenen Arbeitsplatz und an eigenen Geräten), sowie Fließband- und Akkordarbeit . (Paragraf 14 Abs. 2 BBiG). Quelle: IG Metall Jugend

Social Networks