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Ungerechtes Bildungssystem: Dicke Kinder, schlechte Noten

Übergewicht: Dicke Kinder schneiden in der Schule oft schlechter ab Zur Großansicht
DPA

Übergewicht: Dicke Kinder schneiden in der Schule oft schlechter ab

Noten sollen die Leistung von Schülern messen, doch es geht nicht immer fair zu. Nach SPIEGEL-Informationen haben dicke Kinder seltener gute Zensuren als schlanke. Der negative Effekt besteht offenbar unabhängig vom sozialen Status der Familie.

Eine schöne Schrift gibt Pluspunkte, Jungen mit dem falschen Vornamen hingegen haben es schwer - Pädagogen bewerten ihre Schüler oft nicht nur nach Leistung. Nach SPIEGEL-Informationen zeigt jetzt eine neue Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung: Auch übergewichtige Mädchen und Jungen haben in der Grundschule seltener gute Zensuren als ihre schlanken Klassenkameraden.

Die Studie der Forscher erscheint im Oktober in der "Zeitschrift für Soziologie". Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit, dass füllige Kinder im Fach Mathematik eine Eins oder eine Zwei bekommen, im Vergleich um mindestens zehn Prozent niedriger. Die Wissenschaftler arbeiten in ihrer Studie mit Daten des Robert Koch-Instituts und des Mikrozensus 2009. Konkret fragten sie, wie der Body-Mass-Index von Schülern mit deren Schulnoten sowie dem Übertritt aufs Gymnasium zusammenhängt – auch der gelingt adipösen Heranwachsenden seltener.

Dicke Kinder weisen zudem ein geringeres Selbstwertgefühl auf, schreiben die Autoren Marcel Helbig und Stefanie Jähnen. Der negative Effekt von Übergewicht auf die Schulleistungen bestehe unabhängig vom sozialen Status der Familie, aus der die Betroffenen kommen. Ob und wie stark Eltern und Lehrer den fülligen Kindern negative Eigenschaften zuschreiben, konnten die Wissenschaftler allerdings nicht klären.

Guter Jakob, schlechter Justin

Zahlreiche Studien haben schon untersucht, was die Notengebung beeinflusst. Immer wieder kommen Forscher zu dem Ergebnis: Eine Schulnote lässt sich nur zum Teil mit der Leistung eines Schülers erklären. So fanden Wissenschaftler der Unis Potsdam und Freiburg heraus, dass auch die Herkunft der Schüler mitbenotet wird. Weitere Einflussfaktoren: Hat ein Schüler ausländische Wurzeln? Und: Arbeitet er gewissenhaft?

Auch der Name spielt eine Rolle: Lehrer trauen kleinen Kevins und Justins nicht nur weniger zu als Kindern, die Alexander, Maximilian oder Jakob heißen. Sie benoten sie auch schlechter. Während bei Jakob sieben Rechtschreibfehler nicht so dramatisch sind, sind sie bei Justin eine Katastrophe. Immer wieder fordern Experten deswegen, Schulnoten abzuschaffen.

fln

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1.
Hanshelm 29.09.2013
Zitat von sysopDPANoten sollen die Leistung von Schülern messen, doch es geht nicht immer mehr fair zu. Nach SPIEGEL-Informationen haben dicke Kinder seltener gute Zensuren als schlanke. Der negative Effekt besteht offenbar unabhängig vom sozialen Status der Familie. http://www.spiegel.de/schulspiegel/dicke-kinder-bekommen-schlechtere-noten-in-der-schule-a-925100.html
wann verstehen Journalisten und dt. Sozialwissenschaften endlich, dass Korrelation nicht Kausation bedeutet? Wenn dicke Kinder schlechte Noten kriegen, kann das tausend Gründe haben (Herkunft!). Dicksein ist mit Nichten die einzige kausale Variable (wenn überhaupt).
2.
tyskie 29.09.2013
Es ist ein bisschen traurig, aber fast jeder fällt irgendwann in eine Rolle, wo reine Subjektivität herrscht. Was sich meine Eltern als Nichtakademiker immer auf den Elternsprechtagen bei den Gymnasiallehrern anhören mussten, geht auf keine Kuhhaut. Auf der anderen Seite lernt man so, wie man sich im Leben durchsetzen kann und muss. Schließlich geht nach der Schule der Kampf erst richtig los und dann sind die mit dickem Fell durchaus im Vorteil.
3. Ich würde mal sagen...
war:head 29.09.2013
...die Aussagekraft dieser Studie läuft gegen 0. Zumindest solange nicht untersucht wird, _warum_ übergewichtige Kinder schlechtere Noten haben. Liegt es am Umfeld, an den Lehrern, an den Eltern, an den Kindern? Man weiß es nicht, man munkelt nur. Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben.
4.
saib9t 29.09.2013
Natürlich sind die Lehrer immer Schuld an solchen Scheinkorrelationen. Vielleicht sind ja auch faule Kinder im Schnitt schlechter in der Schule als fleißige?! Und vielleicht bewegen sich die faulen Kinder im Schnitt auch weniger und essen stattdessen mehr als die fleißigen?! Oh, man kann niemandem mehr die Schuld zuschieben und die tiefgreifende Ungerechtigkeit im Bildungssystem beklagen... nee, dann lieber sagen, dass Lehrer dicke Kinder unfair benoten, das reicht noch für ne Schlagzeile auf SPON und vielleicht weitere Forschungsgelder!
5. Bessere Lehrerausbildung!
spon-facebook-HRW 29.09.2013
Zitat von sysopDPANoten sollen die Leistung von Schülern messen, doch es geht nicht immer mehr fair zu. Nach SPIEGEL-Informationen haben dicke Kinder seltener gute Zensuren als schlanke. Der negative Effekt besteht offenbar unabhängig vom sozialen Status der Familie. http://www.spiegel.de/schulspiegel/dicke-kinder-bekommen-schlechtere-noten-in-der-schule-a-925100.html
Die Ausbildung der Lehrer in Deutschland basiert fast ausschließlich auf didaktische und lernstoffliche Themen. Pädagogik ist eher zweitrangig. Da Kinder aber ausschließlich über Beziehung lernen ist es notwendig die Lehrerausbildung in dieser Richtung stärker zu prägen. Dazu gehören das eigene Menschenbild, die innere Haltung, Vorurteilsbewußtsein, fundierte Kenntnisse der Entwicklungspsychologie, etc. Man glaubt gar nicht welchen Effekt gewaltfreie Kommunikation allein schon auf ein positives Lernverhalten der Kinder hat.
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