Zahlreiche US-Medien und Blogger hatten sich darüber lustig gemacht - nun hat die New Yorker Schulbehörde eine Liste mit Wörtern zurückgezogen, die nicht in Schultests auftauchen sollten. Das New York City Department of Education hatte die Liste an Firmen verschickt, die neue zentrale Prüfungsfragen für die Schulen der Stadt ausarbeiten sollten. Spott erntete sie vor allem dafür, dass sie Begriffe wie Halloween, Dinosaurier und Geburtstagsfeiern für unerwünscht erklärte - wohl aus Rücksicht auf Minderheiten und Vertreter anderer Weltanschauungen.
Am Montagabend kündigten die Aufseher an, dass sie die Liste zurückzögen, das berichtete unter anderem die "New York Times" auf ihrer Internetseite. Zu der Entscheidung sei man aufgrund der "Reaktion von Eltern" gekommen, sagte Shael Polakow-Suransky von der Behördenleitung. Allerdings werde man den Firmen, die neue Prüfungbögen entwickeln, weiterhin raten, feinfühlig für die verschiedenen Hintergründe der Schüler zu sein.
Die Liste hatte mehr als 50 Wörter umfasst, von Missbrauch über Scheidung und Krankheit bis hin zu Rap und Rock'n'Roll. Mit diesen Themen sollten sich New Yorker Schüler nicht auseinandersetzen müssen, wenn sie einen der regelmäßigen zentralen Tests ablegen, die ihre Fortschritte unter anderem in Mathe und Englisch vergleichbar machen sollen. Bestimmte Begriffe könnten "unangenehme Gefühle in den Schülern auslösen", hieß es. Und die Prüflinge sollten nicht abgelenkt, gelangweilt oder vor den Kopf gestoßen werden.
Eine Empfehlung, kein Verbot
Eine Erklärung für einzelne Wörter lieferte die Behörde nicht - und einige davon machten Reporter, Lehrer und Eltern ratlos. Zwar könnte es manche Kinder neidisch machen, wenn sie von einem "Haus mit Swimmingpool" oder "teuren Geschenken" in der Prüfung lesen würden. Aufgaben zu Scheidung und Krankheit könnte sie traurig stimmen. Geburtstagsfeiern sollten womöglich unerwähnt bleiben, weil die Zeugen Jehovas darauf verzichten. Und mit dem Volksbrauch Halloween könnten sehr fromme Christen nicht einverstanden sein. Doch warum nur sollten Rock'n'Roll, Rap und Dinosaurier aus Tests verbannt sein?
Nach Angaben eines Sprechers hatte die Schulbehörde bereits in den vergangenen Jahren eine solche Liste aufgestellt. Sie sei so lang, weil die Schülerschaft sehr heterogen sei - und lediglich eine Empfehlung und kein Verbot, sagte der Leiter der Behörde, Dennis Walcott, im US-Sender CBS. Er und seine Mitarbeiter sind für rund 1700 Schulen mit mehr als eine Million Kindern und Jugendlichen zuständig.
son
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