Einladung bei Facebook: Schülerin sagt Party nach 20.000 Zusagen ab

Ihren 16. Geburtstag wollte sie groß feiern, allerdings nicht so groß: Eine australische Schülerin lud bei Facebook ihre Freunde ein, und 20.000 Nutzer kündigten sich als Gäste an. Das Mädchen sagte die Party wieder ab - doch die virale Kampagne war kaum mehr aufzuhalten.

Facebook: I rock the party that rocks the partyZur Großansicht
AFP

Facebook: I rock the party that rocks the party

Nur zwei Gäste kamen zu ihrer Geburtstagsparty im vergangenen Jahr, dieses Mal sollten es mehr werden. Also entschied sich Jess, 15, Schülerin aus Chatswood, Australien, ihre Schulfreunde via Facebook einzuladen. Doch es gab so viele Zusagen, dass das Mädchen ihre Party schnell wieder stornierte.

"Ich habe einfach nicht genug Zeit, jeden einzuladen. Wenn Du also jemanden kennst und ihn einladen möchtest, kannst Du das gern tun", hatte sie ursprünglich bei Facebook geschrieben. Dazu postete sie ihre Adresse und die Handynummer, berichtete das australische Online-Magazin "Brisbane Times".

24 Stunden später hatten sich bereits 20.000 Facebook-Nutzer als "Gast" angekündigt. Ein paar zuviel, dachte Jess den Berichten zufolge, sagte die Party wieder ab und schloss die Seite. Doch kurz darauf tauchte die Einladung wieder bei Facebook auf, dieses Mal meldeten sich sogar mehr als 200.000 Menschen an.

Wie die virale Kampagne begann

Die Polizei sei eingeschaltet worden, berichtet der "Daily Telegraph". Sie werfe jetzt einem 17-jährigen Jungen vor, die Facebook-Seite von Jess gekapert und die Einladung weiterverbreitet zu haben. Er war dabei so erfolgreich, dass daraus eine virale Kampagne wurde, mehr und mehr Nutzer kündigten sich als Gäste an. Auf einer Website wurden dem Bericht zufolge mittlerweile sogar T-Shirts angeboten, auf denen der Name von Jess steht und das vermeintliche Party-Datum.

Der Vater des Mädchens sagte laut "Daily Telegraph", seine Tochter habe mit all dem nichts zu tun, sie sei das Opfer. Sie habe nur ein paar Freunde einladen wollen, kenne sich aber mit den Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook nicht aus. Die Party werde definitiv nicht stattfinden. Die Polizei ließ die Facebook-Seite am Dienstag sperren. Das Einzige, was Leute antreffen würden, wenn sie in die fragliche Straße kämen, "werden ein paar Polizeiwagen auf Patrouille sein", sagte Polizeiinspekteur Terry Dalton ABC Radio.

Der Fall erinnert an die Party des Teenagers Corey Worthington aus einem Vorort Melbournes. Er hatte bei MySpace zu einer Party eingeladen, weil seine Eltern fort waren. 500 Gäste kamen, und die Party geriet außer Kontrolle. Die Polizei rückte mit mehreren Einsatzkommandos und Hunden an, um das Chaos zu beenden.

fln/otr/AFP/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
GyrosPita 15.03.2011
Den Artikel ausdrucken und in den Schulen verteilen, vielleicht denkt dann der eine oder andere Doof in Zukunft mal ne Sekunde nach bevor bei Facebook auf irgendwelche bunten Knöpfe haut...
Den Artikel ausdrucken und in den Schulen verteilen, vielleicht denkt dann der eine oder andere Doof in Zukunft mal ne Sekunde nach bevor bei Facebook auf irgendwelche bunten Knöpfe haut...
esctaste 15.03.2011
Ja, ein weiteres Argument, mit dem man seine Kinder von Facebook abhalten kann. So etwas in der Art kommt wohl trotzdem leider öfter vor.
Ja, ein weiteres Argument, mit dem man seine Kinder von Facebook abhalten kann. So etwas in der Art kommt wohl trotzdem leider öfter vor.
Freemedia 15.03.2011
Der typische Facebook Nutzer weiß eben nicht genau, wie das eigentlich funktioniert und möchte über die Seite kaschieren, dass er - oder in diesem Fall sie - "nur" zwei tatsächliche Freunde hat. Facebook ist wie das [...]
Der typische Facebook Nutzer weiß eben nicht genau, wie das eigentlich funktioniert und möchte über die Seite kaschieren, dass er - oder in diesem Fall sie - "nur" zwei tatsächliche Freunde hat. Facebook ist wie das Privatfernsehen: Gibt ein paar intellektuell Minderbemittelten das Gefühl mitmachen zu können (früher per TED Voting, heute per Button) bei was auch immer - egal; dabei sein ist alles. Früher machte sich das Prekariat in Talkshows lächerlich, war dafür aber immerhin mal im Fernsehen. Heute präsentiert man sich der Welt mit einem Facebook-Account, den zwar niemand besucht, aber immerhin ist man jetzt auch im Web. Mangels inhaltlich relevanter Beiträge zu Sachthemen dann eben mit dem eigenen Gesicht. Gesichtsbuch eben....
felisconcolor 15.03.2011
erst ab 18. dann ist Ruhe im Karton
erst ab 18. dann ist Ruhe im Karton
demophon 15.03.2011
Tip an die Schülerin: Lade die 200.000 Freunde ins Sydneyer Stadion ein und nimm 10 Dollar Eintritt. :-)
Tip an die Schülerin: Lade die 200.000 Freunde ins Sydneyer Stadion ein und nimm 10 Dollar Eintritt. :-)
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  • Dienstag, 15.03.2011 – 15:55 Uhr
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Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.

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