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10. Juni 2012, 14:08 Uhr

Schlechte Noten

Elfjähriger hält Eltern und Polizei 22 Stunden in Atem

Gleich zweimal haben Jungen am Wochenende einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Ein Elfjähriger hatte sich aus Scham über seine schlechten Schulnoten bei einem Freund verkrochen. Der andere hatte sich wohl aus Abenteuerlust auf Nachtwanderschaft begeben.

Hohen Neuendorf - Er schämte sich wegen seiner schlechten Schulnoten und traute sich deswegen nicht nach Hause. 22 Stunden lang hielt sich der Schüler aus Hohen Neuendorf seit Freitagabend versteckt und versetzte seine Pflegeeltern in große Sorge. Am Samstag konnten sie ihn wieder in die Arme schließen. Die Mutter eines Schulfreunds, bei dem er schließlich aufgetaucht war, hatte die Polizei informiert.

Hubschrauber, Hundestaffeln und Suchtrupps hatten zuvor ohne Erfolg nach dem Elfjährigen gesucht. Der Schüler war am Freitag bei einem Mitschüler. Dort sagte er, dass er zu einem anderen Freund wolle. Bei diesem kam er allerdings nicht an.

Bei der Befragung durch die Polizei gab der Junge an, er habe bei einem anderen Kumpel übernachtet, dessen Eltern nicht da gewesen seien. Am Morgen zog er dann weiter zu dem Kameraden, dessen Mutter bereits wusste, dass die Polizei ihn sucht. Die beiden Jungs konnten noch spielen und frühstücken, bevor Beamte den Ausreißer zu seiner Pflegefamilie brachten.

Ungeklärt sind dagegen noch die Motive eines zehnjährigen Sachsen, der unbemerkt von seinen Eltern eine Nachtwanderung unternommen hatte. Diese hätten erst am Morgen das leere Bett bemerkt, teilte die Polizei in Chemnitz am Sonntag mit. Mit Fährtenhunden und unterstützt von einem Hubschrauber spürten Suchtrupps dem Kind nach und entdeckten es nachmittags schließlich in einer Scheune. Hungrig und erschöpft von mehr als sieben Kilometern Fußmarsch war der Junge dort eingeschlafen.

mik/dpa

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