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Ganzkörperschleier: Hessens Ministerpräsident fordert Burka-Verbot

Jedes Mädchen muss sein Gesicht offen zeigen können, fordert Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Er will Schülerinnen das Burka-Tragen verbieten - damit sie gleichberechtigt am Unterricht teilnehmen können.

Eine Burka besteht aus einem großen Stofftuch, in dem oben eine flache Kappe vernäht ist. Im Bereich der Augen befindet sich ein Sichtfenster. Darin ist eine Art Gitter aus Stoff oder Rosshaar eingearbeitet. Das Gesicht einer Frau, die ein solches Gewand trägt, ist vollständig bedeckt. Ebenso wie ihr Körper: Der Stoff fällt hinten bis auf den Boden und vorne bis zu den Fußgelenken.

Totalverschleierung: in hessischen Schulen vielleicht bald verboten
DPA

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Wer ein solches Kleidungsstück trägt, kann nicht gleichberechtigt am Unterricht teilnehmen, sondern werde "massiv an der Entfaltung seiner Persönlichkeit behindert", sagte Ministerpräsident Roland Koch dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die hessische Landesregierung will daher an Schulen ein Burka-Verbot verhängen. So soll die Integration von Muslimen verbessert werden.

Koch findet: Jede Schülerin müsse ihr Gesicht offen zeigen können. Es sei nicht hinnehmbar, dass sich Muslime aus den eigenen Reihen unter Druck gesetzt fühlten. Zum Schulbesuch gehöre auch, dass jeder Schüler am Sport- und Schwimmunterricht, an Wandertagen und Klassenfahrten teilnehme.

"Auch darum werden wir uns in der nächsten Legislaturperiode kümmern", sagte der CDU-Politiker. Das Tragen von Kopftüchern wolle er Schülerinnen allerdings nicht verbieten. "Hier gilt das Toleranzgebot."

Die Burka-Diskussion in der Schule ist nicht neu. Zuletzt entbrannte sie 2006, als zwei türkische Schülerinnen an einer Gesamtschule in Bonn nach den Osterferien überraschend mit den traditionellen islamischen Frauengewändern, die unter konservativen Frauen im nahen Osten verbreitet sind, in die Schule kamen. Weil sie sich weigerten, den Ganzkörperschleier in der Schule abzulegen, durften sie zwei Wochen lang nicht in die Schule gehen. Eine der beiden 18-Jährigen beschloss schließlich, auf den Schleier zu verzichten. Die andere ließ sich beurlauben.

kat/dpa/ddp/AP

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