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Gewalttätige Jugendliche: Berlin-Neukölln schickt Wachleute an Schulen

An Schulen im Berliner Problem-Stadtteil Neukölln sollen künftig Sicherheitsdienste für Ruhe sorgen. Das hat das Bezirksamt nach einer Serie von Gewalttaten beschlossen, um Schulen zum "geschützten Raum" zu machen und schulfremden Jugendlichen den Zutritt zu erschweren.

Ein 17-Jähriger sticht einem 21-Jährigen in die Nierengegend, Maskierte klauen eine Tasche mit Zeugnissen, Jugendliche attackieren ihre Lehrerin mit einer Stahlrute - die Meldungen von gewalttätigen Übergriffen an Berliner Schulen häufen sich. Im Problembezirk Neukölln könnte sich das ab dem nächsten Schuljahr ändern. Sicherheitsdienste sollen dort künftig für Ruhe sorgen, hat das Neuköllner Bezirksamt beschlossen.

Bekommt keinen Zutritt: Ein Fremder mit einem Butterfly-Messer
DPA

Bekommt keinen Zutritt: Ein Fremder mit einem Butterfly-Messer

"Schule ist ein geschützter Raum, das soll in Neukölln so bleiben", lautet die Überschrift einer Erklärung, die das Amt zu diesem Thema herausgab. Der Grund für die Entscheidung, Wachleute einzusetzen, ergehe aufgrund der "in den letzten Jahren stark gehäuften Vorfälle, bei denen Gewaltpotenzial von außen in die Schule getragen wurde".

Allen Neuköllner Schulen, die dies wünschten, werde vom kommenden Schuljahr an nach Beschluss der Schulkonferenz ein Sicherheitsdienst zur Verfügung gestellt. "Damit soll unter anderem das Eindringen schulfremder Personen auf das Schulgelände unterbunden werden", heißt es in der Pressemitteilung. Am Freitag wollen der Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky und der Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang mehr zu diesen Plänen sagen. Die Verwaltung von Schulsenator Zöllner wollte sich zu diesem Vorstoß noch nicht äußern.

An Neuköllner Schulen sieht das Bezirksamt besonderen Handlungsbedarf, weil es dort häufig zu Gewaltvorfällen kam. Bekanntestes Beispiel: die Rütli-Schule, an der das Lehrerkollegium in einem Brandbrief von der Gewalt im Klassenzimmer schrieb. Zuletzt gab es wiederholt Probleme mit Jugendlichen, die in Schulen eindrangen und Lehrer und Schüler bedrohten.

kat/dpa

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