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Schulweg-Unfälle: Natürlich mit dem Auto, am liebsten bis ins Klassenzimmer

"Hast du auch dein Schulbrot, Schatz?" Viele Eltern würde ihre Sprösslinge am liebsten bis ins Klassenzimmer bringen Zur Großansicht
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"Hast du auch dein Schulbrot, Schatz?" Viele Eltern würde ihre Sprösslinge am liebsten bis ins Klassenzimmer bringen

Jacke, Schuhe, Ranzen und dann mit dem Auto bis unmittelbar vors Schulgelände: So sieht für viele Kinder der Schulweg aus. In Wülfrath sollen deshalb jetzt Kiss+Ride-Parkplätze vor Schulen entstehen. Die Stadt wird der Eltern nicht mehr Herr.

Jede Menge Autos, Gehupe, dazwischen rennende Kinder - vor vielen deutschen Grundschulen ist das Chaos morgens der Normalfall. Denn oft bringen Eltern ihre Sprösslinge mit dem Wagen zur Schule - und manche würden, wenn das ginge, erst am Klassenzimmer die Türen öffnen. Die Folge: Am Straßenrand wird gedrängelt, wild wendende Eltern bringen Kinder und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

"Straßen und Bürgersteige sind regelrecht verstopft", beschreibt Markus Kauke, Ordnungsamtsleiter in Wülfrath, die Situation vor allem an Grundschulen in seiner Stadt. Im Gespräch mit der "Rheinischen Post" kündigte er deshalb eine besondere Form der Abhilfe an: Mit Kiss+Ride-Parkplätzen in Schulnähe soll die gefährliche Situation unmittelbar vor den Schulhöfen entschärft werden. In der Stadtverwaltung werde diese Idee gerade geprüft - im nächsten Jahr könnten dann die ersten entsprechenden Stellplätze eröffnet werden.

Im Auto ist es gefährlicher als zu Fuß

Grundsätzlich hält Markus Kauke es zwar für wenig sinnvoll, dass der Schulweg mit dem Auto erledigt wird: "Die Kinder lernen ja gar nicht, den Schulweg zu gehen." Gegen den Trend zur immer stärkeren Motorisierung und gegen die Helikopter-Eltern vor dem Schultor kommt er aber auch nicht an. "Leider sind es oft die Eltern selbst, die Probleme verursachen", sagt auch Ronald Winkler, Fachreferent für Stadtverkehr beim ADAC.

Laut Statistischem Bundesamt wurden 2012 bundesweit rund 7800 Kinder zwischen sechs und neun Jahren im Straßenverkehr verletzt. Gut 2500 von ihnen waren zu Fuß unterwegs. Die Zahl der verletzten Kinder in Autos lag mit knapp 3000 deutlich höher.

Der ADAC hatte bei Forschern der Uni Wuppertal außerdem eine Studie zur Schulwegsicherheit in Auftrag gegeben. Im Rahmen der Untersuchung waren Schüler, Lehrer und Eltern an rund 750 Grundschulen in Nordrhein-Westfalen befragt worden.

Die Umfrage ergab: Je weniger Eltern ihren Nachwuchs zur Schule chauffieren, desto weniger werden Kinder gefährdet. Die Studienautoren und der Automobilklub fordern deshalb Halteverbotszonen von 200 bis 300 Metern rund um Schulen und die Einrichtung von Elterntaxi-Haltestellen - so, wie sie jetzt in Wülfrath geplant werden und wie es sie etwa vor einer Kölner Grundschule bereits seit 2010 gibt.

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1. Einfach
Checkker 30.08.2014
nur ein paar Wochen jeden Tag an der An- und Abfahrt zur Schule eine Radar- und Verkehrskontrolle einrichten. Hat bei uns im Ort Wunder gewirkt. Nach ettlichen Strafzetteln und einigen Führerscheineinzügen gingen die Geschwindigkeiten und Verkehrsübertretungen erheblich zurück und inzwischen reicht ein kleines Warnschild vor der Schule, dass die Eltern auf die Bremse treten und im Schritttempo fahren. Erzieherische Massnahmen wirken oft nicht nur bei Kindern. Man kann mit der Kontrolle ja die Schulen reihum gehen. Irgendwann merkts auch der dümmste und uneinsichtigste.
2. Halteverbotszonen
michaelXXLF 30.08.2014
Helfen garantiert. Nicht! Hier gegenüber an der Grundschule täglich zu beobachten: Das Polizeiauto steht deutlich sichtbar am Straßenrand, der Polizist in Warnweste ist ebenfalls nicht zu übersehen, kratzt niemanden. Der Mann schreibt morgens regelmäßig 50 bis 60 Autos auf und schaut den FahrerInnen dabei ins Gesicht.
3.
prof_kai 30.08.2014
Ich habe erst den Artikel gelesen, dann mir die Fotostrecke "Gefährliche Schulwege" angeschaut, wieder den oberen Artikel überflogen und merke gerade, dass es uns echt zu geht! Vor allem wie meine Mutter immer ausflippt, wenn die meine Schwester in die Schule bringt :D.. uns gehts echt zu gut
4. Meine Rede seit ca. 15 Jahren
AntiGravEinheit 30.08.2014
Die Eltern verursachen die Probleme selbst, über die sie sich beschweren. Einbahnstraße? Ist doch egal. Absolutes Halteverbot? Auch egal. Rettungsweg zugeparkt und keiner im Auto? Erst recht egal. Im Winter das Auto mit laufendem Motor stehen lassen und das Kind bis ins Klassenzimmer begleiten? Umweltsau. So lange Strafzettel verteilen, bis es schmerzt. Es sind ja immer die gleichen. Erst dann fängt die Einsicht an.
5. Auch für Anwohner...
Benno Groß 30.08.2014
... ein Ärgernis: Vor einer Grundschule sind von 7:00 bis 14:00 Uhr umfangreiche Halteverbote eingerichtet, damit die Schüler sicher die Straße überqueren können und nicht vom ruhenden Verkehr verdeckt werden. Eine beachtliche Einschränkung für die Anwohner, denn der Parkdruck im Viertel steigt dadurch rapide an. Umso ärgerlicher, wenn dieselben Halteverbote jeden morgen massiv von Eltern verletzt werden, die ihre Sprösslinge mit dem Auto bringen und ein Tohuwabohu verursachen, in dem selbst ein Erwachsener den Überblick verliert. Selbst, wenn man - etwa auf dem Weg zur Arbeit - das Kind mit dem Wagen in die Schule bringt, kann man wohl drei Minuten mehr einplanen und einen ordentlichen Parkplatz aufsuchen. Die 50m Fußweg die dann anstehen, sollten wohl zumutbar sein.
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