Das griechische Bildungsministerium will arme Schüler und Familien mit Lebensmittelmarken unterstützen. Von kommender Woche an sollen an 18 Schulen in neun Arbeitervierteln kostenlos Coupons für Milch, Früchte und Kekse verteilt werden, sagte die Staatssekretärin im Bildungsministerium, Evi Christofilopoulou, dem Parlament nach Angaben der halbamtlichen Nachrichtenagentur ANA. Die Marken bekommen dabei nur jene, die von den staatlichen Sparmaßnahmen am härtesten betroffen sind.
Seit Monaten steht die Regierung unter Druck diesbezüglich zu handeln. Denn Medien hatten über unterernährte Schüler berichtet, die im Unterricht vor Entkräftung in Ohnmacht fielen. Das Bildungsministerium warf daraufhin Lehrer-Gewerkschaften vor, "populistische Propaganda" zu verbreiten, um Stimmung gegen die Sparmaßnahmen der Regierung zu machen.
Im vergangenen Jahr hatte die Europäische Union den Griechen ein Kreditpaket von 130 Milliarden Euro geschnürt. Im Gegenzug verordnete sich das Land strenge Sparmaßnahmen. Auch die griechischen Lehrer waren davon stark betroffen: Einige klagen, sie hätten Einkommensverluste erlitten, die kaum zu verkraften seien. Von ehemals 20.000 Euro verfügbarem Jahreseinkommen seien noch 12.000 geblieben, berichtet ein Lehrer. Anders als erhofft, springt die griechische Wirtschaft allerdings nicht an und die harten Strukturmaßnahmen greifen nicht. Vermutlich braucht das Land noch einmal zusätzlich rund 15 Milliarden Euro.
Vor einigen Tagen wurde aus der Bundesregierung ein Vorschlag lanciert, der für mächtig Wirbel sorgte: Den Griechen sollte ein Sparkommissar an die Seite gestellt werden, der für Ordnung und Haushaltsdisziplin sorgen soll. Inzwischen will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber nicht mehr reden und bemüht sich um Schadensbegrenzung.
fln/AFP
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