Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Chronologie der Anschläge: Terrorziel Schule

Von

Taliban, Boko Haram, IS: Islamistische Terrorgruppen greifen systematisch Schulen und Unis an - in Kenia, Frankreich oder Pakistan. Hunderte Schüler und Studenten fielen bereits dem Fanatismus zum Opfer. Der Überblick.

20. Januar 2016: Pakistan

  Universität von Charsadda  Zur Großansicht
AFP

Universität von Charsadda

Bei einem Überfall islamistischer Taliban-Kämpfer auf eine Universität nahe der pakistanischen Stadt Peschawar starben mindestens 19 Menschen. Drei Stunden lang lieferten sich die Islamisten Schusswechsel mit der Polizei und dem Militär. Die offenbar sehr jungen Täter waren am Morgen geschützt von dichtem Nebel über einen Hintereingang in das Gebäude eingedrungen. Hunderte Studenten und Dozenten flohen panisch von dem Gelände.


3. April 2015: Kenia

  Anschlag auf die Universität von Garissa  Zur Großansicht
AP

Anschlag auf die Universität von Garissa

In der kenianischen Provinzstadt Garissa richten vier Dschihadisten ein Blutbad an. Sie töten 148 Studenten und Wachleute einer Hochschule. Drei der vier Mörder waren somalischer Herkunft - die Regierung brandmarkt ein Flüchtlingslager als Brutstätte des Terrors. Als Drahtzieher werden die Islamisten der somalischen Schabab-Miliz ausgemacht. Doch die islamistische Bedrohung Kenias ist auch hausgemacht: Einer der vier Mörder war ein junger Jurist aus Nairobi.


16. Dezember 2014: Pakistan

  Armeeschule in Peshawar  Zur Großansicht
DPA

Armeeschule in Peshawar

Armeeschulen sind in Pakistan beliebt - wegen der kleinen Klassen und der guten Lehrer. Eine dieser Schulen in Peschawar wurde zum Schauplatz eines Massakers: Taliban-Extremisten stürmten das Gebäude und hielten rund 500 Kinder und Lehrer über mehr als fünf Stunden als Geiseln. 148 Menschen wurden getötet, darunter mehr als 80 Kinder. Die Täter hatten den Teil des Geländes gestürmt, in dem die Grundschüler unterrichtet werden. Die pakistanischen Taliban gaben als Grund für den Überfall an, dass es sich um eine Armeeschule handelte und die pakistanische Armee mit den Feinden kooperiere.


10. November 2014: Nigeria

  Schule in Potiskum  Zur Großansicht
AP/dpa

Schule in Potiskum

Die staatliche Schule im nordnigerianischen Potiskum ist groß: Sie hat rund 2000 Schüler. An diesem Morgen sterben 47 von ihnen, als sich eine Explosion auf dem Schulhof ereignet. Die Schüler hatten sich gerade zur morgendlichen Ansprache des Schulleiters draußen versammelt. Der Anschlag wird der Terrorgruppe Boko Haram zugerechnet. Die Islamisten greifen regelmäßig Schulen an. Ihr Name bedeutet übersetzt etwa "westliche Erziehung ist Sünde".

14. April 2014, Nigeria:

  Schule in Chibok: Von den meisten der Schülerinnen fehlt jede Spur  Zur Großansicht
AP/dpa

Schule in Chibok: Von den meisten der Schülerinnen fehlt jede Spur

Boko-Haram-Terroristen entführen in dem nigerianischen Ort Chibok rund 230 Schülerinnen. Einige wenige, die der Entführung entkommen konnten, erhoben anschließend schwere Vorwürfe: Sie seien den Entführern ausgeliefert worden, die Lehrer seien einfach gegangen, hätten nicht geholfen. Inzwischen sind fast zwei Jahre vergangenen, die internationale Kampagne "#BringBackOurGirls" längst verpufft. Doch von den meisten Mädchen fehlt bis heute jede Spur.


25. Februar 2014, Nigeria:

  Boko-Haram-Kämpfer greifen Internat in Buni Yadi an  Zur Großansicht
AFP/ Boko Haram

Boko-Haram-Kämpfer greifen Internat in Buni Yadi an

Die Angreifer kamen um 2 Uhr nachts. Boko-Haram-Kämpfer überfielen ein Internat im Nordosten Nigerias. Sie stürmten das Schulgelände und legten anschließend Feuer. Das Gebäude in Buni Yadi brannte bis auf die Grundmauern nieder, mindestens 29 Schüler starben. Einige verbrannten, andere wurden auf der Flucht erschossen oder erstochen. Die Toten waren allesamt Jungen. Der Mädchentrakt des Internats blieb unversehrt.


6. Juli 2013, Nigeria:

  Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau   Zur Großansicht
AFP

Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau

Bei einem Angriff auf die Schule des Dorfes Mamudo starben 22 Schüler. Boko Haram kündigte anschließend an, weitere Schulen anzugreifen: "Wir werden die Lehrer vor den Augen ihrer Schüler töten", kündigte der Anführer der Gruppe, Abubakar Shekau, an. "Wir werden den Schülern sagen, dass sie den Koran studieren sollen", sagte er in einer Videobotschaft. Westliche Bildung müsse "bis zum letzten Atemzug" bekämpft werden.

9. Oktober 2012, Pakistan:

  Schwer verletzte Malala Yousafzai nach dem Attentat  Zur Großansicht
AFP

Schwer verletzte Malala Yousafzai nach dem Attentat

Seit Januar 2009, da war sie elf Jahre alt, schrieb das Mädchen Malala auf der Website der BBC ein Blog-Tagebuch unter dem Pseudonym Gul Makai. Sie beschrieb, wie die Taliban Schulen für Mädchen zerstörten, wie sie das Tanzen und Musikhören verbieten, wie sie den Mädchen untersagen, unverschleiert auszugehen. Malalas Blog bot einen Blick in eine finstere Welt. Eines Morgens halten Taliban ihren Schulbus an, einer fragt nach Malala und schießt ihr in den Kopf. Sie wird nach Birmingham in eine Spezialklinik geflogen. Die Spuren des Attentats in ihrem Gesicht werden immer zu sehen sein. Doch ihre Mission wurde dadurch nur noch größer: Ende 2014 erhielt Malala den Friedensnobelpreis. Sie setzt sich heute für die Bildung von Kindern weltweit ein.


19. März 2012, Frankreich:

  Jüdische Schule in Toulouse  Zur Großansicht
AP

Jüdische Schule in Toulouse

Ein 23-jähriger Franzose algerischer Abstammung tötete einen Lehrer und drei Kinder vor einer jüdischen Schule in Toulouse. Polizisten erschossen anschließend den Attentäter. Der Mann war im Gefängnis zum Islamisten geworden. Er war nach seiner Haftstrafe nach Afghanistan gereist und hatte in Pakistan eine Kampfausbildung erhalten.


6. März 2008, Israel:

  Ein Hamas-Kämpfer griff die Religionsschule in Jerusalem an  Zur Großansicht
AFP

Ein Hamas-Kämpfer griff die Religionsschule in Jerusalem an

Ein als orthodoxer Jude verkleideter Palästinenser drang in eine jüdische Religionsschule in Jerusalem ein. Dort schoss er um sich und tötete neun Menschen. Anschließend bekannte sich die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas zu der Tat.


1. September 2004, Russland:

  Schule in Beslan  Zur Großansicht
AP

Schule in Beslan

Schwer bewaffnete Terroristen überfielen eine Schule in der russischen Kaukasusrepublik Nordossetien und nahmen mehr als 1100 Geiseln. Das Drama endete erst zwei Tage später - mit einer wilden Schießerei mit den Sicherheitskräften. 360 Menschen starben, darunter 186 Kinder. Als Drahtzieher des Anschlags gelten tschetschenischen Islamisten.

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Terror in Pakistan: Massaker an Universität

Social Networks