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Italien: Schüler protestieren gegen Bildungsreform

Demo in Italien: Pädagogen gegen Renzi Fotos
REUTERS

Lehrer sollen nicht mehr nach Arbeitsjahren, sondern nach Leistung bezahlt werden - so will es Italiens Premierminister Matteo Renzi. Doch die geplante Bildungsreform löst landesweite Proteste aus.

Gegen die geplante Bildungsreform der staatlichen Schulen in Italien haben am Dienstag Zehntausende Lehrer und Schüler demonstriert und damit das gesamte Schulwesen zum Erliegen gebracht.

Die Demonstranten versammelten sich zu Kundgebungen in Städten wie Rom, Mailand, Palermo, Catania und Bari. Zu dem Proteststreik hatten die wichtigsten Gewerkschaften sowie Lehrer- und Elternverbände aufgerufen. Regierungschef Matteo Renzi, der sich in Bozen aufhielt, versicherte, seine Regierung höre die Protestrufe.

Renzis Plan der "Guten Schulen" sieht vor, 100.000 Lehrer mit dauerhaften Verträgen einzustellen und die Höhe ihres Gehalts nicht nach Arbeitsjahren, sondern nach Leistung zu bestimmen. Zudem sollen Schuldirektoren mehr Entscheidungen treffen und eigenständig neues Personal einstellen dürfen. Renzi hatte drei Milliarden Euro für die Reform vorgesehen.

Die Gegner kritisieren, dass öffentliche Schulen durch die Reform unterfinanziert würden. Auch Hauptprobleme des Bildungssystems könnten durch die Reform nicht behoben werden.

kha/AFP/Reuters

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Hurra Amerika!
Snowfox 05.05.2015
Ich weiß nicht, was die Italiener haben. Macht doch einfach den Amerikanern alles nach! Die können alles sehr gut!
2. Wieso Protest?
nguyenbraun 05.05.2015
Ich bin selber im letzten Jahr meiner Schullaufbahn und hätte sehr gerne, dass meine Lehrer nach Leistung bezahlt werden. Es ist Unsinn wenn ein 30 jähriger Lehrer, der sich mächtig ins Zeug legt und den Schülern schweren Stoff verständlich vermittelt, weniger Gehalt bekommt als ein Lehrer der über 50 ist und Jahr für Jahr seine immer gleichen Skripte runterbetet.
3. Eine schlechte Idee
mariannamancini 05.05.2015
...ist es Lehrer nach *Leistung* bezahlen zu wollen. Wie bemisst man die *Leistung* eigentlich? Das führt dann dazu, dass Lehrer anfangen, massenweise Noten nach oben zu faken, wie man so schön indem Skandal nach der Bush-Reform inden USA gesehen hat.
4. Amerika
NoUse4aName 05.05.2015
Zitat von SnowfoxIch weiß nicht, was die Italiener haben. Macht doch einfach den Amerikanern alles nach! Die können alles sehr gut!
Gerade Amerika ist für seine starken Lehrergewerkschaften an öffentlichen Schulen bekannt, mit entsprechenden Ergebnissen wie eben in Italien.
5. Das wäre eigentlich nicht schlecht...
maxuniverse 05.05.2015
ich finde, dass Lehrer auch hier in Deutschland oftmals wenig leisteten - insbesondere jene, die verbeamtet sind, denn die behalten den Job ja egal wie schlecht sie sich vorbereiten oder wie schlecht sie den Lehrstoff den Kindern zugänglich machen. Allerdings: wie will man nach Leistung beurteilen? Sollen jetzt alle Schüler eine Eins bekommen - und das ist dann hervorragende Leistung der Lehrer oder wie? Oder soll man Schüler noch stärker unter Druck setzen und diese dann halb-jährliche Gesamttests irgendwo schreiben lassen, um sicherzustellen, dass die Lehrer "gut genug" sind? Außerdem: Deutschland (und sicher auch einige andere europäische Staaten) leiden bereits unter einem Lehrermangel. Der wird durch derlei Maßnahmen sicher nicht nachlassen. Ich war überrascht, dass in meinem Geburtsland - der Ukraine - die Lehrer den Lehrstoff wesentlich besser an die Jugendlichen und Kinder vermitteln. Es ist zwar fraglich, ob sie denselben Stoff in der selben Zeit schaffen; die Lehrer müssen dort aber oft auf den Basar und Geld zusätzlich verdienen weil man von dem winzigen Entgelt kaum leben kann. Auch "Geschenke" stehen fast schon an der Tagesordnung. Dennoch ist aus meiner Erfahrung das Verhältnis viel persönlicher, weniger neutral - was zumindest mir als (damals) Jugendlichem mehr Ansporn gegeben hat zu lernen. Ich denke, dass in Deutschland das ganze Bildungssystem überdacht gehört.
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