"Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein", schmetterte die Band Tocotronic Mitte der Neunziger Jahre. Den Wunsch teilen die Rocker mit vielen Jugendlichen - doch nur eine Minderheit schließt sich tatsächlich einer Szene an. Jeder fünfte Jugendliche sagt von sich, einer Jugendbewegung aktiv anzugehören.
Dafür hat diese Minderheit eine enorme Strahlkraft: Sieben von zehn Jugendlichen sagen, dass sie sich an einer Jugendkultur orientieren, weil sie etwa deren Musik hören. Die Orientierung wird allerdings zunehmend schwer: "Jugendkulturen werden kleinteiliger und schnelllebiger", sagte Klaus Farin, Szenekenner aus Berlin, im Interview mit SPIEGEL ONLINE.
Das Magazin "Spiesser" hat sich auf die Suche gemacht nach Vertretern von acht Jugendkulturen, die dem von Farin beschriebenen Trend trotzen: Die Punkerin Nika etwa erzählt, gegen was sie rebelliert. Isabell sagt, was es heißt, heute ein Hippie zu sein. Und Daniel erklärt, dass er eher selten Blut trinkt, auch wenn das manche Leute von ihm denken, wenn sie ihn sehen.
Alle sagen ungefiltert ihre Meinung - und nennen die Liedzeilen ihres Lebens. So unterschiedlich ihre Ziele und Geschmäcker sind, eines haben sie gemeinsam: Sie lassen sich nicht reinreden, nicht von Eltern, nicht von Oma, nicht von Modeketten.
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