Kinderporno-Vorwurf: Schulleiter zu Geldstrafe verurteilt

Auf den Festplatten eines Schulleiters fanden sich Datenreste von Kinderpornos. Der Mann bestreitet, von der Existenz des Materials gewusst zu haben. Jetzt verurteilte ihn ein Gericht zur Zahlung von 6750 Euro. Auf eine zunächst vorgesehene Bewährungsstrafe verzichtete es.

Ein wegen Kinderpornografie angeklagter Schulleiter ist am Dienstag vom Pforzheimer Amtsgericht zu einer Geldstrafe von insgesamt 6750 Euro verurteilt worden. Das Geld, 150 Tagessätze à 45 Euro, gehe an die Staatskasse, sagte Staatsanwalt Peter Stadler.

Mit dem Urteil akzeptierte der 57 Jahre alte Angeklagte doch noch einen im vergangenen Jahr gegen ihn ergangenen Strafbefehl. Die Rechtsfolgen allerdings fielen milder aus: Auf die ursprünglich verhängten sechs Monate auf Bewährung verzichtete das Gericht. Im Gegenzug zahlt der vom Dienst suspendierte Rektor nun eine deutlich höhere Geldstrafe als die ursprünglich verlangten 2000 Euro.

Der vom Dienst Suspendierte hatte bis zuletzt bestritten, entsprechende Dateien heruntergeladen zu haben. Der Pädagoge soll knapp 60 Kinder- und Jugendpornos auf vier Festplatten gespeichert haben. Er machte jedoch geltend, von der Existenz der Dateien, die in professionell gelöschtem Zustand entdeckt worden waren, nichts gewusst zu haben.

Vielmehr hätten sich die Bilder vermutlich bereits auf den Festplatten befunden, als er diese von einer Privatperson kaufte. Gegen den Angeklagten läuft auch ein Disziplinarverfahren. Das zuständige Regierungspräsidium muss nun prüfen, welche Folgen das Urteil für die weitere Laufbahn des Rektors hat, sagte ein Sprecher.

Der Beginn des Falls liegt lange zurück: Die Staatsanwaltschaft war im Jahr 2009 im Rahmen eines anderen Verfahrens im Großraum Karlsruhe auf den Schulleiter aufmerksam geworden. Damals habe es erste Hinweise gegeben.

otr/dpa

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