Von Armin Himmelrath, Frankfurt am Main
Frankfurt am Main - "Unglaublich", schüttelte Keyborder Ede Telik noch eine halbe Stunde nach der Entscheidung fassungslos den Kopf: "Ich bin einfach sprachlos." Mit ihren Songs "Yeah!!!" und "Last Days of Summer" hatten sich "Peachbox" gegen sieben starke Konkurrenten beim SchoolJam-Finale durchgesetzt. Auf die beste Schülerband Deutschlands warten jetzt Gigs bei "Rock am Ring" und in den USA.
Rund 1000 Bands hatten sich beim SchoolJam-Wettbewerb angemeldet. Über regionale Vorausscheidungen, Jury-Wertungen und Online-Votings mussten sie sich dann bis zum Finale in Frankfurt durchbeißen. Auch die SPIEGEL-ONLINE-Leser hatten einen Finalteilnehmer bestimmt: "Revolving Door" aus Neuhaus in Thüringen starteten mit ihrem Gitarrenrock beim Finale als letzte Band ins Rennen. Lampenfieber? Nein, das habe sie eigentlich nicht gehabt, sagte Sängerin Lisa-Marie Fehrmann: "Auf der Bühne waren wir in unserer eigenen Welt, und mit den Fans – also, das war einfach nur geil."
Mehr als 1000 Besucher jubelten den Schülerbands zu, die jeweils zwei Songs präsentierten. Die Stimmung im Saal ließ zumindest einen Nachmittag lang vergessen, unter welchem Druck viele der Teilnehmer derzeit stehen: Bei "Revolving Door" zum Beispiel stecken gerade drei der fünf Musiker im Abistress. In anderen Bands ist der Anteil ähnlich hoch.
Knappe Entscheidung, einmaliger Preis
Das allerdings war kein Kriterium für die 15-köpfige Jury, die unter anderem mit Monrose-Produzent Dieter Falk, den Musikern Mike Grommerdinger, Susanne Vogel und Angelo Kelly sowie Catterfeld-Produzent Götz von Sydow besetzt war – und vor schwierigen Entscheidungen stand: Kann man ein Duo wie "Appealing Emotions", das mit Akkustik-Gitarre, Akkordeon und vor allem brillantem Gesang überzeugte, guten Gewissens zu „Rock am Ring“ oder gar in amerikanische Clubs schicken? Oder wären die Pforzheimer mit dem Namen "noch ne band" oder die Rapper von "Fairfax" die besseren Rock-Kultur-Botschafter des Schülerband-Wettbewerbs?
Die Entscheidung war am Ende knapp, aber eindeutig: "Peachbox" dürfen sich am 30. Mai am Nürburgring auf der ganz großen Festival-Bühne präsentieren. Auch wenn die vier Jungs dafür den Auftritt beim "Tanz in den Mai" in Borchen ausfallen lassen müssen, wie sie mit einem Augenzwinkern berichten.
Sänger und Bassist David Müller hatte übrigens auch eine Erklärung dafür, warum gerade die Ballade "Last Days of Summer" am Samstag so überwältigend rüberkam - und damit ausschlaggebend für den Sieg war: "Vor zwei Wochen ist meine Beziehung in die Brüche gegangen", erzählt David. "Ich habe das Stück nur deshalb so intensiv und glaubwürdig spielen können, weil ich für Anke gesungen habe."
Neben "Peachbox" freuten sich übrigens auch noch "Appealing Emotions": Das bayerische Duo wurde nämlich mit einem Sonderpreis des Deutsch-Französischen Jugendwerks ausgezeichnet und wird im Sommer für mehrere Gigs nach Frankreich reisen.
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