Gewaltig wird der Andrang sein, gewaltig auch der Jubel, der Exzess, der Bass. 80.000 Menschen werden heute in die Eifel strömen, zum Rock am Ring-Festival. Und ebenfalls 80.000 kommen nach Nürnberg zu Rock im Park, der Schwester des Eifel-Events. 90 Bands treten an beiden Orten auf. Die Ärzte werden spielen und Wir sind Helden, die Smashing Pumpkins und Linkin Park, Billy Talent, die White Stripes und die Beatsteaks.
Voila, die Festival-Saison ist eröffnet. Und das bedeutet unter anderem: Musik satt und bei jedem Wetter. Wenig Schlaf, viel Bratwurst und Bier. Zelten im Schlamm. Und drei Monate Rock'n' Roll.
Warum das das Größte ist? Antworten von drei Jugendlichen, die es wissen müssen.
Andreas Menge, 19, Zivi aus Baden: "Hygiene und Rock'n'Roll? Das passt nicht!"
Andere machen Sommerurlaub am Meer, mein Urlaub sind die Festivals. Rock am Ring, Rock am See, Traffic Jam und Das Fest habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen; mal sehen, was noch dazu kommt. Festivals, das heißt endlich wieder Zelte, soweit ich schauen kann, geile Musik und viele gut gelaunte Menschen.
Wenn ich von meinem Zelt zum nächsten Dixi-Klo gelaufen bin, ist es mir schon oft passiert, dass ich von Fremden auf ein Bier eingeladen wurde. Ob man 15 oder 50 Jahre alt ist, stört dort keinen - auf Festivals sind fast alle deine Freunde. Die Bedingungen auf den Zeltplätzen schweißen eben zusammen. Zimperlich darf man nicht sein, wenn man ein Open-Air-Fest besucht. Mit der Zeit sammeln sich leere Flaschen, Maggi-Dosen und Essensreste zwischen den Zelten, und mit etwas Pech steht man auch mal in einer Lache Erbrochenem.
Hygiene und Rock'n'Roll, das passt nicht zusammen. Die meisten duschen nur, wenn es wirklich nicht mehr anders geht. So ganz möchte ich auf Sauberkeit und Komfort dennoch nicht verzichten. Deshalb nehme ich sogar mein eigenes Toilettenpapier mit, das empfehle ich allen Festival-Gängern. Das Klopapier dort ist nämlich viel zu dünn.
Auf den Konzerten finde ich genau das, was mir in meinem Alltag manchmal fehlt: das Gefühl, frei zu sein. Ich muss mich nur um so existenzielle Dinge kümmern wie Essen und Trinken. Ich kann schlafen, solange ich will, mich jederzeit in die Masse der feiernden Besucher einklinken und grandiose Musik hören.
Aufgezeichnet von Björn Pfattheicher
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Das diesjährige Line up ist komplett, die Headliner sind The Whitest Boy Alive, Soulfly, Blumentopf, die Stereo MCs, Itchy Poopzkid und La Vela Puerca. Außerdem gibt s Sound von den Kilians, Jamaram, Bosse, Zdob si Zdub, [...] mehr...
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