Von Maximilian Popp
Es hört nicht mehr auf zu regnen. Es hat in München geregnet, es hat auf 190 Kilometern nach Passau geregnet. Der Regen verhüllt die Felder, zerstäubt den Rauch über den vereinzelten Häusern, zermahlt mit feiner Geduld alles Feste, auf das er trifft. Bis zu dem kleinen Straßenschild hat es geregnet, das in den Wald zeigt. Nach Oberkümmering.
Dorf-Kick: Fußball bestimmt, worüber in den nächsten Tagen gesprochen wird
Bastian ist der Libero der Jugendmannschaft des TSV-DJK Oberdiendorf. Er spielt mit 18-Jährigen, weil es in dem Dorf nicht genügend 16-Jährige gibt. "Hauptsach da Bua roast a weng", sagt seine Mutter, also: Hauptsache, er tobt sich aus. "Hier gibt's nichts anderes als Fußball", sagt er selbst.
Montags und mittwochs fährt Bastian mit dem Roller oder einer Fahrgemeinschaft zum Training, am Wochenende zu den Spielen, dazwischen kickt er mit seinem Bruder im Garten.
"Wer nicht Fußball spielt, landet am Busbahnhof"
70 Haushalte zählt Oberkümmering, im Nachbarort Oberdiendorf sind es ein paar mehr. Die nächste Stadt, Hauzenberg, liegt ein paar Autominuten entfernt. "Die Hauzenberger sind ein anderer Schlag Mensch", sagt Bastian. Hauzenberg hat 12.000 Einwohner.
Es gibt hier keine Clubs, keine Kinos, kein Theater. Der Fußball bestimmt, worüber am Sonntag gesprochen wird, und am Montag, und an allen anderen Tagen. Er bestimmt auch, wer befreundet ist und wer verfeindet.
Bastian und sein Team spielen heute gegen SV Kropfmühl. Schon eineinhalb Stunden vor Spielbeginn wartet er vor dem Vereinsheim. Nur Torwart Manni ist auch schon da. "Heid foangst da koans", sagt der Bastian zum Manni. "Eh ned!", ruft der Michi, der jetzt zusammen mit dem Andi und dem Korbi über den Parkplatz schlurft. Die Jungs begrüßen sich mit Handschlag. Sie spielen nicht nur gemeinsam Fußball, sie verbringen auch sonst die meiste Zeit zusammen. Sie besuchen die gleiche Schule, die Johann-Riederer Realschule in Hauzenberg, nach dem Training gehen sie oft ein Bier trinken im Gasthaus Ritzer.
Vor eineinhalb Jahren, erzählt Bastian, habe er sich beim Fußballspielen am Knie verletzt. Eigentlich wollte er aufhören, doch er machte weiter. Weniger wegen des Sports, eher wegen seiner Freunde.
Im Fußballclub lässt es sich leichter Freunde finden als anderswo. Und wer Fußball spielt, läuft nicht Gefahr, seine Zeit am Busbahnhof in Hauzenberg zu verschwenden.
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...., was ich hier vermisse. Niemand, aber auch wirklich niemand hier im treat sieht diesen Aspekt oder misst ihm eine Bedeutung zu. Auf dem Land wollen sie leben (wohnen), aber in der Stadt wollen sie arbeiten und sich [...] mehr...
Vor allem wenn man die Nachrichten verfolgt. Nehmen wir an das Weisse Haus und ein norwegischer Dorfkindergarten brennt. Was meinen Sie worueber zuerst berichtet wird? mehr...
---Zitat--- Zitat von Dieter 58 Mensch Wudi - Norwegen! Da gibts doch sowieso nur Dörfer! Selbst die Leute aus Oslo sind Landbevölkerung... :-) ---Zitatende--- Das ist eine der schönsten Seiten dieses Landes... mehr...
Wir haben im Dorfverein Leichtathletik, Fussball, Eishockey, Langlauf. Daneben eine Golfbahn und Reitanlage. Fussball wird in der 3. Liga gespielt, die Jugend war fuer die hoechste Liga qualifiziert, musste jedoch aus [...] mehr...
Jo, richtig erkannt. Ganz Norwegen ist ein Kaff. mehr...
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