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Dresdner Jung-Filmer Nachmittags machen wir Kino

Sebastian Blech, 17, ist der Chef am Set - mit einer Gruppe Dresdner Schüler produziert er seinen eigenen Kinofilm. Im Unterricht dämmert er deshalb manchmal weg, plant den nächsten Dreh, träumt von der Karriere. Erstmal muss aber der aktuelle Streifen fertig werden.

Es wird ein langer Arbeitstag heute und Sebastian Blech, 17, weiß das. Der Gymnasiast aus Dresden steht in einem Klassenzimmer und schaut angestrengt auf einen Monitor, der an eine Kamera angeschlossen ist. Alles muss passen, bis ins letzte Detail.

Sebastian Blech ist ein Profi. Er ist einer, der es versteht, sich und seine Arbeit ins rechte Licht zu setzen. Die Arbeit - das ist der Film. Sein Film. In erster Linie geht es hier um seine Idee, sein Projekt und seine Filmproduktionsfirma: Monde Production.

Er ist Regisseur und Chef - das zeigt er auch seinen knapp fünfzig Mitarbeitern. "Nein, so geht das nicht. Schaut doch bitte freundlicher. Das Licht ist viel zu blau, schaltet mal die Beleuchtung aus." Dann klatscht er in die Hände. Eine Klappe wird zusammengeschlagen, die Kamera surrt, die Darsteller spielen.

"Flashback" heißt das Baby

Sebastian und eine handvoll Dresdner Jugendlicher haben eine Firma gegründet und produzieren einen eigenen Kinofilm. "Flashback" soll er heißen, es ist inzwischen schon der zweite Film aus dem Hause "Monde Production". Er beschreibt anhand der Geschichte eines Mädchens, wie Drogenkonsum Freundschaften unter Schülern gefährden kann. Alle Schauspieler und Mitarbeiter hinter der Kamera arbeiten umsonst. Bei Monde Production geht es um den Spaß am Schauspielen und Filmdrehen.

Geld verdient bei Monde Production keiner. "Wenn es schlecht kommt, müssen unsere Mitarbeiter sogar noch draufzahlen", sagt Sebastian Blech. 5000 Euro brauchen die Jugendlichen für den Dreh. "Wir müssen das Geld mühsam mit Auftragsproduktionen bei Wettbewerben und kleinen Sponsoren verdienen. Für eine große Firma wäre es zwar eine Kleinigkeit, eine solche Summe zu sponsern. Aber die Firmen haben nicht die Gewissheit, dass wir das Geld auch wirklich für den Filmdreh ausgeben." Sie seien ja noch Jugendliche, sagt Sebastian.

Sein Traum ist es, einen professionellen, erwachsenen Film zu machen. Eigentlich sehen er und seine Kollegen sich schon als alte Hasen und haben "jugendlich" schon seit langem durch "professionell" ersetzt. Für den neuen Film hat Sebastian zweimal Darsteller zum Casting gebeten - so hat er die Besetzung perfektioniert. Dann hat er Kameramänner angeworben, Kosmetiker, Sponsoren und "Locationscouts" gesucht. Das sind Leute, die sich überlegen, wo man welche Szene am Besten dreht. Alles genau wie beim richtigen Film.

Kaum mehr Zeit für die Schule

"Wir nehmen nicht alle Bewerber", sagt Sebastian, "sondern achten darauf, dass jeder das macht, was er besonders gut kann." Einige Bewerber müssen auch draußen bleiben. "Ein inkompetenter Mitarbeiter kann das gesamte Projekt gefährden", sagt Sebastian.

Die 18-jährige Nora Wolf hatte Glück. Durch Zufall erfuhr sie über Freunde von Monde Production. Ihre Karriere begann sie dort als Costumerin. "Das ist jemand, der für die Kleidung der Darsteller zuständig ist", sagt sie. Außerdem organisierte Nora als Locationscout die Drehorte. Vor kurzem wurde sie in den Vorstand der Schüler-Firma gewählt.

Das alles ist spannend - allerdings auch recht zeitaufwändig. Wie viel Zeit so ein Filmprojekt frisst - "das ärgert mich ziemlich", sagt Nora, "denn im Unterschied zu einigen anderen Nachwuchsfilmern geht bei mir die Schule vor." Viele bei Monde Production hätten aber andere Prioritäten gesetzt.

Vom Wohnzimmer-Theater auf die Kino-Leinwand

Sebastian Blech ist sicher einer von diesen anderen. Seit Jahren ist er vom Schauspielern fasziniert. Wenn ihm der Unterricht zu langweilig wird, spielt er in Gedanken die nächste zu drehende Szene durch. Seit Sebastian vier Jahre alt war, spielte er Theater. Damals baute er in der Wohnung seiner Eltern eine Bühne auf und improvisierte: Im Haus verteilte er Plakate, experimentierte mit dem Stubenlicht und lud die Nachbarn zu Vorführungen ein. Als er in die Schule kam, war er bei jedem Theaterstück mit dabei. Inzwischen spielt er auch beim Staatsschauspiel Dresden.

Im Sommer 2006 erfuhr er vom Jugendvideopreis. Jetzt wollte es Sebastian wissen. Er schnappte sich eine Handkamera, zog mit ein paar Freunden einfach los - und sie kamen mit völlig verwackelten Aufnahmen nach Hause. Das war im Januar 2007. Einen Film brachten sie zwar zustande - doch da war der Einsendeschluss schon vorbei.

Aber Sebastian und seine Freunde lernten schnell dazu. Im Februar 2008 feierte ihr Debüt "Break Out" in einem Dresdner Kino Premiere. Ein Jahr harter Arbeit lag hinter der Crew. Zwei Tage vor der Premiere erfuhr Sebastian Blech, dass das Kino ausverkauft war. Als er die Leute an der Kasse vor dem Kino stehen sah, dachte er: "Die stehen dort, um meinen Film zu sehen." Ein gutes Gefühl.

Er stolperte auf die Bühne und nahm das Mikro - die 200 Kinobesucher starrten ihn an - er versuchte zu sprechen und wurde nervös, die Zuschauer fingen an zu lachen. Gar nicht böse. Kann ja mal passieren. Eine Stunde später kam die letzte Szene, Abspann, Applaus. Die Zuschauer waren begeistert. Diesen Abend wird Sebastian nicht vergessen.

Jetzt steht er auf einem Tisch und schaut sich seinen Drehort von oben an. Es ist eine kurze Pause, Zeit zum Erholen. Viel Entspannung bleibt den Mitarbeitern nicht. Der Film soll Anfang nächsten Jahres fertig werden. Damit er gut wird, wäre Sebastian bereit, fast alles zu opfern. Dafür geht er spät ins Bett und steht früh auf. Dafür geht er samstags in eine Dresdner Schule und starrt angespannt auf einen Monitor.

Gleich kommt wieder die Klappe, dann das Surren der Kamera - volle Konzentration. Vielleicht sitzt ja das nächste Take.

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insgesamt 14 Beiträge
ante84 15.05.2008
Voll öde. Geht keiner hin oder es wird halt "draussen" geraucht und gesoffen. War bei mir damals schon so und die "Jungen" heut werden es net anders machen. Ist wohl klar.... "Kinder- Disco" [...]
Voll öde. Geht keiner hin oder es wird halt "draussen" geraucht und gesoffen. War bei mir damals schon so und die "Jungen" heut werden es net anders machen. Ist wohl klar.... "Kinder- Disco" zieht ab nem gewissen Alter überhaupt net mehr.
Senfkorn 15.05.2008
Disco für unter 18 ist hier der Renner. Die lokale Sparkasse organisiert das schon seit Jahren. Eine normale Disco wird gemietet und los geht´s. Nicht jeder will sich nur zusaufen. Besonders Mädels gehen auch um zu tanzen. [...]
Zitat von ante84Voll öde. Geht keiner hin oder es wird halt "draussen" geraucht und gesoffen. War bei mir damals schon so und die "Jungen" heut werden es net anders machen. Ist wohl klar.... "Kinder- Disco" zieht ab nem gewissen Alter überhaupt net mehr.
Disco für unter 18 ist hier der Renner. Die lokale Sparkasse organisiert das schon seit Jahren. Eine normale Disco wird gemietet und los geht´s. Nicht jeder will sich nur zusaufen. Besonders Mädels gehen auch um zu tanzen. MfG Senfkorn
Supermissy[SEK] 15.05.2008
Wo ich Jugendliche war gab es in der Kirche im Nachbarort Freitags immer Teestube mit Vortrag zu religiösen und politischen Themen und daran anschließend endloser Debatte in der Teestube. Die Kirche platzte dabei stets fast aus [...]
Wo ich Jugendliche war gab es in der Kirche im Nachbarort Freitags immer Teestube mit Vortrag zu religiösen und politischen Themen und daran anschließend endloser Debatte in der Teestube. Die Kirche platzte dabei stets fast aus den Nähten, gerade weil es drumherum nur Discos gab, wo man sich zusaufen konnte. Dazu muß man allerdings sagen, dass das gerade so die Zeit nach der Wende war und der Bedarf an Orientierung und Diskussion über die "neue" Gesellschaftsordnung bei den Jugendlichen riesig. Ich weiß nicht wie das heute ist. Gruß Missy
Ich erzähle mal was von früher. Meine Eltern haben Ende der 40er Jahren viel gefeiert, das waren Freunde, die quasi langsam wieder auf die Beine kamen. Sie waren mit meinen Eltern immer 6-8 Personen, sie machten Salate und [...]
Zitat von sysopErwachsene bleiben draußen: Lynn, Lasse, Jannik und Maxi, alle zwischen 14 und 16, sind das ewige Warten vor Diskos und Bars leid. Jetzt laden sie zum "Underage Club" – ohne Alkohol und Zigaretten, strikt U18. Eine tolle Idee oder programmierte Langeweile?
Ich erzähle mal was von früher. Meine Eltern haben Ende der 40er Jahren viel gefeiert, das waren Freunde, die quasi langsam wieder auf die Beine kamen. Sie waren mit meinen Eltern immer 6-8 Personen, sie machten Salate und Würstchen, ein Gast war Metzger und an Getränken wurde gekauft 2 Flaschen Wein und eine halbe Flasche was Hartes, Mampe Halb und Halb oder so was ähnliches. Diese Feste waren lustig, man hat getanzt und alle waren fröhlich. Wenn man heute ein Fest ausstattet, dann gehört da die Auswahl eines Lokals dazu, ab 22-23°° wird über Geschäfte gesprochen und dann wird rum geheult, über Frauen, Freunde und Kinder. Die Leute haben einfach zu viel Geld, da bleibt die Fröhlichkeit auf der Strecke. MfG. Rainer
apira 21.05.2008
Für Leute bis 14 oder 15 macht das absolut Sinn, warum nicht, als 12-jährige haben wir auch oft lustige Partys im elterlichen Partykeller mit Cola und Chips gefeiert. Die kritische Phase ist allerdings von ca 15-17. In der [...]
Zitat von sysopErwachsene bleiben draußen: Lynn, Lasse, Jannik und Maxi, alle zwischen 14 und 16, sind das ewige Warten vor Diskos und Bars leid. Jetzt laden sie zum "Underage Club" – ohne Alkohol und Zigaretten, strikt U18. Eine tolle Idee oder programmierte Langeweile?
Für Leute bis 14 oder 15 macht das absolut Sinn, warum nicht, als 12-jährige haben wir auch oft lustige Partys im elterlichen Partykeller mit Cola und Chips gefeiert. Die kritische Phase ist allerdings von ca 15-17. In der strikt alkoholfreien Jugenddisko hatten wir natürlich Hausverbot, weil wir immer unser Bier reingeschmuggelt hatten. Kinderdisko ist eben nunmal langweilig für Jugendliche, nur in die Diskos oder gar Clubs durfte man nicht rein (meist ist man aber trotzdem reingekommen). Bei uns hatte das zu verstärktem Rumlungern und Mist bauen geführt, was soweit ging, dass viele Eltern uns lieber in der Disko gesehen hätten. Wobei man aber dazu sagen muss, dass es bei uns damals eine Disko gab, die abseits des gemeingefährlichen Dorfdiskotums mit kampftrinkenden, brutalen Vollproleten, für damalige Verhältnisse sogar anspruchsvolle Musik bot, und in dem ich nie auch nur eine Schlägerei erlebt habe. Es endete immer sehr absurd, wenn man nicht drin war, meistens ist dann irgendwo sehr viel kaputt gegangen.
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