"'Hexe' war bis in die siebziger Jahre ein fast ausschließlich negativ belegter Begriff. Die Hexen wurden entweder wie in Märchen als böse alte Frauen beschrieben oder in direkten Zusammenhang mit satanistischen Praktiken gestellt. Erst durch die neue Frauenbewegung Mitte der siebziger Jahre bekam 'Hexe' wieder eine positive Definition.
Die Hexen wurden zum Symbol für den Widerstand gegen die tägliche Unterdrückung der Frau sowie für den Kampf um Emanzipation. Einige Gruppen konzentrierten sich jedoch darüber hinaus auch auf das alte magische Wissen und die Mythen der Hexen.
Die sogenannten neuen Hexen oder auch Junghexen sind, soweit sie sich nicht als Einzelgängerinnen bezeichnen, in kleinen Zirkeln und Konventen zusammengeschlossen. Jeder dieser Zirkel bestimmt seine eigenen Schwerpunkte, oft geht es um Magie und Spiritualität, manchmal um Politik oder Psychotherapie oder Ökologie.
Eine übergeordnete Instanz gibt es dabei in der Regel nicht. Zu den bekanntesten Hexen gehören bis heute Zsuzsanna Budapest, Luisa Francia und 'Starhawk' - sie hatten den Mut, ihre Ideen in Büchern zu veröffentlichen, und bekannten sich so in aller Öffentlichkeit zum Hexentum."
Kristin Härder
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