"Ein bisschen erinnert mich das Ganze an ein Punk-Rock-Festival: wenig schlafen, nicht duschen, zelten, gute Musik, nette Leute. Aber das Protest-Camp hier ist viel wichtiger als jedes Festival, das ist die letzte Bastion vor dem Atommüll-Zwischenlager in Gorleben. Ich bin das erste Mal bei den Demos gegen die Castor-Transporte, und ich bleibe bis zum Schluss. Die müssen mich schon wegtragen!
Ich weiß zwar auch nicht, wie man das Problem mit dem Atommüll lösen kann, aber ich finde: Erstmal die Kraftwerke abschalten, keinen neuen Müll mehr produzieren, dann können wir reden!
Meine Freunde aus der Veganer-Gruppe in Wismar sind zwar nicht mitgekommen, aber sie finden es gut, dass ich hier bin, sie unterstützen mich. Nur meine Mutter hat ein bisschen Angst. Braucht sie aber nicht, denn ich will nicht gewalttätig werden, sondern nur bei Sitzblockaden mitmachen.
Das ist nicht schlimmer als Falschparken: Man ist, wo man nicht sein soll. Und wenn die Polizei einen wegträgt, dann ist das wie abschleppen. Ich begehe also eine Ordnungswidrigkeit, keine Straftat. Daher gibt es wohl ein Bußgeld, wenn überhaupt.
Protest-Training vorab: Nur schreien, nicht treten
Bei einem Vorbereitungstreffen habe ich das Blockieren geübt, das gibt es auch als Workshop hier im Camp. Die einen setzen sich auf den Boden und haken sich unter. Die anderen spielen Polizisten und versuchen, einen herauszuziehen und wegzutragen. Dabei kann man ruhig rufen: "Sie tun mir weh!" Nur die Beine sollte man nicht heben, sonst heißt es, man wolle treten - und das ist dann kein Falschparken mehr.
Die Polizisten bringen einen dann weg. Wenn man Glück hat, kann man dann noch mal versuchen, zur Blockade zurückzukommen. Wenn man kein Glück hat, kommt man in einen Kessel: Die Polizisten kreisen einen ein und lassen einen nicht heraus, bis der Castor durchgefahren ist. Anschließend nehmen sie dann die Personalien auf.
Wir haben die Nummern von Anwälten bekommen. Wenn die Polizei uns mitnimmt, können wir die anrufen. Aber bisher sind die Männer in blau ganz nett und friedlich, die stehen einfach die ganze Zeit um uns herum, schon seitdem ich hier bin, auch nachts, während wir schlafen. Das nervt schon!.
Das Gefühl, zusammen zu gehören, ist enorm hier: Ich bin alleine hergekommen und kannte erst niemanden. Aber man wird sofort vorgestellt, kommt in Gruppen zusammen. Mein Schlafnachbar zum Beispiel, der Szymon aus Bremerhaven, blieb ganz spontan hier, der hatte am Samstag noch nicht mal einen Schlafsack dabei. Aber das machte nichts. Da helfen einem die Leute, hier gibt es Decken, Isomatten, Stohsäcke als Kopfkissen und gold-silberne Wärme-Folien. Die Folien kennt man aus dem Erste-Hilfe-Kurs. Damit soll man Verletzte vor der Auskühlung schützen - und sie wärmen wirklich unheimlich. Szymon hat jedenfalls besser geschlafen als ich. Der Asphalt ist wirklich kalt, selbst in meinem Schlafsack habe ich gefroren. Auch mehrere Paar Socken haben nicht geholfen.
Aufgewärmt hat mich der heiße Tee, den man hier bekommt; insgesamt kostet die Verpflegung nichts. Aus der Umgebung kommen immer wieder Leute und bringen Kuchen, Kekse, Suppe. Richtig lecker. Sogar für Leute, die kein Fleisch essen, wie mich ist eine Menge dabei. Auch die Musik ist ganz nach meinem Geschmack, viel Punkrock. An den Abenden gab’s Konzerte. Ich war aber doch zu müde zum tanzen.
Schon komisch, einerseits will ich dass es noch länger dauert, denn jeder Tag ist ein Erfolg für uns, weil wir den Castor aufhalten. Aber andererseits sind die Nächte wirklich kalt und ich will auch wieder nach Hause. Da kümmere ich mich dann mal drum, dass wir Strom ohne Atomkraft bestellen."
Aufgezeichnet von Mathias Hamann
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"Atombombe78252 meinte, mit einem Krikeriki eigentlich nichts zu beschnattern zu haben, ließ aber dennoch durchstellen!" mehr...
Natürlich Natürlich Jeder Autofahrer tut etwas potentiell gefährliches - er bewegt 1T mit bis zu 70 m/s. Daher ist eine Versicherungspflicht für einen PKW nicht gleich Zwangsvergütung im Sinne des EEG. Strafe für [...] mehr...
Übrigens ist auch diese Behauptung wieder einmal *falsch*. Die KfW fördert sehr wohl gewerbsmäßige EE-Anlagenbetreiber mit verbilligten Krediten. Schauen Sie mal hier (http://www.solarfoerderung.de/solar_css/_start.cfm), [...] mehr...
Von *gewerblichen*EE-Anlagenbetreiber war bislang auch nicht die Rede. Sie wissen, dass Sie hier 'dummes Zeug' von sich geben. Sie können nur nicht zugeben, dass der Staat sehr wohl auch den EE-Bereich fördert / [...] mehr...
Die KfW vergibt keine Förderkredite an gewerbsmäßige EE-Anlagenbetreiber. Demnach wären auch Studiengebühren eine staatliche Subvention. Oder Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen, die vom Einkommen einbehalten [...] mehr...
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