Von Carola Padtberg
Ich bin stark. Ich bin ein normales durchschnittliches Mädchen.
Am liebsten würde ich jetzt schon einen Teil meines Lebens hinter mir haben. Auf eigenen Beinen stehen.
Ich weiß, was viele von mir denken. Stark, selbstbewusst und einen starken Willen. Aber ich glaube es von mir selbst nicht so. Ich zeige oft nur mein Spiegelbild stark, offen, selbstbewusst, aber der Schein trügt. Ich kann selten mein wahres Ich zeigen.
Es fällt mir schwer, über meine Gefühle zu sprechen. Wieso laufe ich Tag für Tag mit einer Maske durch die Straßen? Eine Maske aus Angst, Scham, Bestätigung und Vollkommenheit. Was passiert, wenn ich sie ablege, sie vergesse, sie verrücke? Was sieht man dann von mir? Wie sieht man mich?
Oder werde ich sogar übersehen?
Wenn ich zu Hause bin und meine Maske von meinem Gesicht wasche, fühle ich mich frei, zu Hause zu sein, mich zu zeigen einfach wie ich bin. Mein wahres Ich. Doch wenn ich auf der Straße bin, ohne Maske, ohne nichts, fühle ich mich so leer, vergessen, aber doch beobachtet. Von allen zu wissen, dass alle nur mich angucken, weil sie wissen: Nein, sie fühlt sich hässlich, blass, leer. Nackt. Einfach nicht wohl. Darum setz' ich Tag für Tag meine Maske auf, um sicher und selbstbewusst durch die Straßen zu gehen. Um dieses Gefühl nicht haben zu müssen.
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