Von Tina Molin

Rosa und Lara Prejawa: "Auf hohen Schuhen kann man nicht tanzen"
Und wer hat's erfunden? Rosa und Lara waren's, beide 14, Zwillinge und Töchter des Tresor-Buchhalters Roland Prejawa. "Ich wollte eine Party geben", erzählt Rosa und streicht ihren Pony zur Seite. Ihr Vater schlug vor, sie solle die Feier doch im Tresor machen. "Ich will nicht, dass meine Kinder auf irgendwelchen Partys abhängen, wo es vielleicht Alkohol oder womöglich Drogen gibt", sagt er.
Endlich kann der Clubber-Nachwuchs in einem wirklichen Club feiern, "unter echten Bedingungen", findet Techno-Fan Roland Prejawa, 47. "Die Kinder kennen die Songs doch nur von ihrem MP3-Player. Nun können sie die Musik mal auf einer High-Tech-Anlage hören." Licht und Sound seien wie bei einer normalen Party.
Wichtigste Übung: Flirten
In einer Ecke des Clubs stehen jetzt seine Töchter, umringt von Freundinnen. Die Mädchen tuscheln und schielen möglichst unauffällig nach den Jungs. Lichter blitzen im Takt, erleuchten für Augenblicke schwarze Silhouetten. Und neben Tänzern auch spielende Schüler: Ein Mädchen mit Lockenkopf klammert sich an einen Jungen , der sie Huckepack über die voll besetze Tanzfläche trägt. Beim nächsten Aufleuchten fällt der Blick auf einen Jungen, der ein Mädchen kitzelt, die sich kichernd wehrt.
Um seine besonnenen Töchter muss sich Roland Prejawa eher keine Sorgen machen. "Wir finden Alkohol und Zigaretten krass", sagen beide. Auf dieser Party denken die Jugendlichen sowieso nur an das eine: Flirten. "Viele kommen, um Jungs oder Mädchen kennenzulernen", sagen die Schwestern und gucken verlegen auf den Boden.
Ungeschminkt gehen die Schwestern nie aus dem Haus, dennoch haben sie sich für die Party nicht besonders herausgeputzt: Turnschuhe, schwarze Röhrenjeans und ein enges Top müssen reichen. Die meisten anderen Mädchen auf der Party sind ebenfalls sportlich gekleidet, kaum eine trägt ein knappes Kleid oder gar High Heels. "Auf hohen Schuhen kann man nicht tanzen", erklären die Zwillinge. "Die Jungs finden aufgetakelt auch nicht gut" - und das ist ja das Wichtigste.
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